Zigeunermusik soll Gäste bringen

Zum billigen Bier und der Riesenleinwand fehlen nur noch die Touristen

„Die Frage ist, wie lange ich die Zigeunerkapelle bezahlen kann“, weiht uns János Majoros, der Eigentümer der Piroska Csárda, in seine Kulissengeheimnisse ein. „Dazu müssten Gäste da sein, um die Truppe zu finanzieren. Jedenfalls schieße ich das Geld erst einmal vor, ich dachte, ich biete etwas, was es sonst am Balatonufer nicht mehr gibt …“

„Wenn ich den guten Koch nicht ordentlich bezahle, bleibt er auch im Sommer im Westen, dort erwartet man ihn mit offenen Armen“, stellt der Balatonszemeser Balázs Csapody fest.

„Ich kann uns mit ruhigen Gewissen empfehlen, der Gast wird bei den alten Balatoner Restaurants keine Enttäuschung erleben, dazu braucht er nur einmal bei uns hereinzuschauen“, so Balázs Csapody, der Restaurantbesitzer aus Balatonszemes. „Leider sind wir da angekommen, dass bei uns die Rohstoffe immer teurer werden, jetzt führe ich beispielsweise das Gemüse aus Italien ein, da ist dann die Qualität auch noch besser. Auch bei den Energiepreisen haben wir den Westen eingeholt, was allerdings dem Gast vorgesetzt wird, das ist noch immer 30-50 Prozent billiger. Wer es nicht glaubt, soll sich selbst davon überzeugen …“
„Die Balatoner vertrauen immer mehr auf sich selbst und den Tourismus, das ist die Erfahrung der Vorsaison“, stellt der Balatonboglárer Meisterkoch und Leiter der Erwachsenenausbildung Zoltán Jeles fest. „Niemals war die Nachfrage nach guten Fachleuten so groß wie jetzt. Die Zeit der angelernten Köchinnen und des Gulasch ist vorbei. Auch bei der Ausbildung versuchen wir uns an den derzeitigen Erwartungen zu orientieren. Wir konzentrieren uns auf die Zusammenstellung von modernen, gesunden Speisefolgen und legen großes Gewicht auf die Aufbewahrungstechnik und Garnierung. Wir möchten kreative und gefragte Köche ausbilden, die auch über einen Abschluss verfügen.“

Viele machten vor der diesjährigen Saison von der Möglichkeit der Unionsförderungen Gebrauch, um ihre Ausstattung zu erweitern. Laut Balázs Csapody ist das immer noch zu wenig, denn wer im Westen investiert, den unterstützt der Staat mit 50 Prozent nicht zurückzuzahlenden Fördermitteln.

Zoltán Jeles sagt dazu, dass einem am Balaton keine Wahl bleibe, als die Flucht nach vorn. „Man muss Optimist sein, wie auch die Magyar Turizmus Rt.. Sie ermittelte, in welchen Gastronomiebetrieben eine Projektionsfläche gebraucht wird, denn es ist leicht zu sagen, wegen der Fußballweltmeisterschaft kommen sowieso keine Touristen. warum sollten sie nicht kommen, wenn das Bier hier billiger ist und im Hotel auch auf die Kinder aufgepasst wird, während die Mutter am Strand liegt und der Vater das Spiel in Großformat sieht …“