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Explosion in Balatonfüzfö

Drei Arbeiter kamen ums Leben, einer wird noch vermisst

Am 14. Juni wurden drei Tote im Lagergebäude am Explosionsort auf dem Balatonfüzföer Fabriksgelände gefunden, nach dem vierten Vermissten wurde zu Redaktionsschluss noch gesucht. Die Explosionsursache wird unter Hinzuziehung von Fachleuten noch untersucht.

Eine gewaltige Explosion ließ am frühen Nachmittag des 14. Juni die Luft auf dem als Industriepark der Nitrokémia Zrt. betriebenen Standort in Balatonfüzfö erzittern. Die Explosion war auch in den umgebenden Gemeinden zu hören, die mehrere hundert Meter hohe Rauchfahne konnte man bis zum südlichen Balatonufer, bis Tihany und Veszprém sehen. Bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst gingen innerhalb weniger Minuten ein paar hundert Meldungen ein, die Einheiten des Katastrophenschutzes trafen in höchster Alarmbereitschaft der Stufe 5 innerhalb weniger Minuten am Explosionsort ein.

Kaum eine Stunde nach der Detonation verließen die Feuerwehrfahrzeuge das Fabriksgelände bereits, die Flammen waren innerhalb kurzer Zeit eingedämmt worden. Das Gelände wurde von den aus Budapest ankommenden Feuerwerkern besetzt, die die verstreuten, nicht explodierten pyrotechnischen Materialien einsammelten.

„Praktisch wurde durch eine einzige gewaltige Detonation ein früher als Schießpulverlager gebautes, doch jetzt zur Lagerung von pyrotechnischen Materialien genutztes Gebäude von 600 Quadratmetern Grundfläche zerstört“, erklärte der Leiter des Katastrophenschutzes des Komitats Veszprém János Zöld auf Nachfrage. Von ihm erfuhr man, dass die bei der Detonation umherfliegenden Knaller und Feuerwerkskörper zwar in den umliegenden Wäldern kleinere Feuer verursachten, doch im Vergleich zur Stärke der Detonation in der Umgebung des Lagers keinen größeren Sachschaden anrichteten. Das ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass das einstige Schießpulverlager hohe, aus Erde angeschüttete Schutzmauern umgaben. In dem eingestürzten Gebäude wurden ungefähr 50 Tonnen pyrotechnische Materialien mit einem Wert von rund 80 Millionen Forint gelagert.

In dem von der in Budapest ansässigen Crescom Kft. angemieteten Lager arbeiteten zum Zeitpunkt der Explosion vier Mitarbeiter. Der Sprecher der Veszprémer Polizeibehörde Zoltán Dániel-Tóth sagte auf Anfrage, dass vorerst nur drei Tote unter den Trümmern geborgen werden konnten, der vierte wird noch vermisst. Von dem Sprecher erfuhr man auch, dass in der Umgebung mehrere Personen leichtere Verletzungen durch den Luftdruck und herumfliegende Splitter erlitten, doch nur ein Verletzter wurde zur Beobachtung ins Veszprémer Krankenhaus eingeliefert.

In dem Füzföer Industriepark der staatlichen Nitrokémia Zrt., die sich gegenwärtig nur noch mit der Abwendung von Umweltschäden befasst, mieten rund 70 Unternehmen Büros und Lagerräume. Jenö Farkas, der Geschäftsführer der für die Sicherheit des Standorts verantwortlichen Nitro-Véd Kft., sagte, dass in dem Industriepark nur zwei Unternehmen, die Crescom Kft. und die Nike-Fiocchi Sportloszergyártó Kft., pyrotechnische Tätigkeiten durchführen. Früher ereignete sich auch bei Nike-Fiocchi eine Explosion, 2004 erlitten zwei Frauen so schwere Verbrennungen, dass sie wenige Wochen später an den Verletzungen verstarben. Diese Tragödie wurde nach den Ermittlungsergebnissen durch die Verletzung technologischer Vorschriften verursacht.

„Über die Ursache der jetzigen Explosion gibt es vorerst keinerlei Informationen, die Polizei ermittelt gegen Unbekannt wegen am Arbeitsplatz begangener, fahrlässiger Gefährdung mit Todesfolge“, teilte Zoltán Dániel-Tóth mit und fügte hinzu, dass die Untersuchungen am Explosionsort noch Tage andauern können. Der kurz nach der Tragödie am Ort eintreffende Vertreter der Crescom Kft. antwortete auf Nachfrage, dass ihm das Geschehene unverständlich sei, da das Lager ständig kontrolliert wurde und die Vorschriften immer eingehalten wurden.

Der Polizeisprecher bestätigte vorerst nur soviel, dass die Kft. über die zur Betreibung eines pyrotechnischen Lagers erforderlichen Genehmigungen verfügt, die Untersuchungen werden zeigen, ob bei der Arbeit irgendeine Vorschrift verletzt wurde.
Mónika Lamperth, die Hauptdirektorin des Landeskatastrophenschutzes, ordnete eine außerordentliche Brandschutzkontrolle bei allen sich mit pyrotechnischen Produkten und explosiven Stoffen beschäftigenden Unternehmen an – teilte der Kommunikationsdirektor des Ministeriums für Selbstverwaltungen und Gebietsentwicklung über die Nachrichtenagentur MIT mit. Die in der jüngeren Vergangenheit geschehenen Unfälle in Verbindung mit pyrotechnischen Materialien und explosiven Stoffen geben Anlass zur Besorgnis – schrieb Sándor Orodán in der Mitteilung des Ministeriums. Laut dieser Mitteilung wies der Minister für Selbstverwaltungen und Regionalentwicklung die Leiterin der Hauptdirektion des Landeskatastrophenschutzes an, außerordentliche behördliche Brandschutzkontrollen bei den betreffenden Unternehmen durchzuführen.