Nachgedacht: Nun ist es passiert …

… die ersten Erfahrungen mit dem ungarischen Gesundheitswesen liegen hinter mir. Resultat? Ich war äußerst zufrieden. Und das bei höllischen Schmerzen einer Darmkolik. Jeder Patient, der sich damit schon herumplagen musste, weiß, wie froh man ist, wenn endlich Hilfe in Form einer Infusion oder Schmerzspritze naht. Aber der Reihe nach.



Bei meinem letzten „Nachgedacht“ schwärmte ich noch von Semmelknödel, Schweinebraten und Sauerkraut. Natürlich habe ich mein Geschreibsel dann auch in die Tat umgesetzt und so richtig geschlemmt. Das Resultat ließ nicht lange auf sich warten. Gegen vier Uhr morgens war es mit der erholsamen Nachtruhe vorbei. Meine Gallensteine meldeten den sträflichen Genuss. Die Kolik war deftig, verbunden mit mehrmaligem Erbrechen, wackeligen Knien und Schmerzen, kaum zu beschreiben. Das Hausmittel, Buscopan plus, versagte dieses Mal gänzlich. Was blieb übrig?

Die Fahrt zur Notaufnahme ins Krankenhaus Marcali. Von da an ging alles relativ ruckzuck. Anmeldung, Weiterleitung ins Behandlungszimmer, EG, Messung von Blutdruck und Puls, Lungenfunktion per Stethoskop, Blutabnahme, Ultraschall und schließlich, Gott sei gedankt, die erlösende Infusion. Fazit: Überaus nettes, hilfsbereites und freundliches Pflegepersonal (zwar ohne Deutschkenntnisse). Aber auch das war kein Problem. Meine liebe Freundin Silvia hatte mich ins Krankenhaus nach Marcali gefahren, sie ist, im Gegensatz zu mir, der ungarischen Sprache schon etwas besser mächtig.

Weiter im Behandlungsablauf. Ein weiterer positiver Aspekt: Mit dem diensthabenden Arzt, Note 1, konnte ich mich ohne Probleme in meiner Muttersprache verständigen. Nach der Mitteilung meiner Blutwerte und der Aushändigung von zwei Rezepten, kam ich vollkommen schmerzfrei zu Hause an. Die darauffolgende Nacht verlief ohne Zwischenfälle, ebenso die vergangenen Tage.

Einziger Wehmutstropfen: In absehbarer Zeit werde ich meiner Galle „Lebe wohl“ sagen müssen. Eine OP ist unumgänglich. Aber, auch das werde ich überleben, denke ich mal. Zumindest gehe ich jetzt zuversichtlicher ins Ortskrankenhaus. Die erste Erfahrung ist gemacht, das Ergebnis war positiv. Das Weitere wird sich zeigen – aber erst im neuen Jahr, denn das schönste Fest des Jahres steht an. Da muss die Galle eben warten. Für die Auszeit bekommt sie dafür Organfreundliches Essen. Das heißt: keine Weihnachtsgans, keinen saftigen Braten und keine deftigen Würstl. Als einzige Ausnahme werde ich mir ein paar Plätzchen gönnen, schließlich ist ja Weihnachten!

Bis bald,
Ihre Eva