Ungarn: Bruttolöhne stiegen im November um 13,9%

Der durchschnittliche Bruttolohn für Vollzeitbeschäftigte in Ungarn stieg im November im Vergleich zum Vorjahr um 13,9% auf monatlich 403.500 Forint (1.197 EUR), so das Statistische Zentralamt (KSH) – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Die Nettolöhne stiegen im gleichen Tempo auf 268.300 Forint. Sándor Bodó vom Ministerium für Innovation und Technologie sagte dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender M1, dass die Löhne seit 83 Monaten in Folge steigen, und zwar dank der Steuerpolitik der Regierung, die es den Unternehmen ermöglicht, mehr für Lohnerhöhungen auszugeben. Das anhaltende Lohnwachstum ist auch mit einer weiteren Senkung der Sozialabgaben im Juni um 2 Prozentpunkte verbunden.

Der Staatssekretär für Beschäftigungspolitik bezeichnete die Erhöhung von 13,9% im November als „bemerkenswert“ und fügte hinzu, dass die Mitarbeiter dank der erfolgreichen Unternehmensführung Prämien erhalten hätten. Der Finanzsektor habe den höchsten Gewinnzuwachs verzeichnet, während die Löhne im Hotelgewerbe und im Handel am wenigsten stiegen, so der Staatssekretär. Aufgrund des Arbeitskräftemangels habe es im Baugewerbe große Lohnzuwächse gegeben, fügte er hinzu.

Analysten sagten MTI, dass das Lohnwachstum die Erwartungen übertroffen habe. András Horváth von der Takarékbank sagte, dass ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften weitgehend hinter dem Anstieg stehe. Ein höherer Mindestlohn und die Bonuszahlungen hätten die Löhne ebenfalls erhöht, fügte er hinzu. Er sagte, dass der Lohnzuwachs vor Steuern in diesem Jahr wahrscheinlich mehr als 9% betragen werde, was einem Reallohnanstieg von etwa 5,5% entspräche. Péter Virovácz von der ING-Bank sagte, dass das Lohnwachstum in diesem Jahr wahrscheinlich im zweistelligen Bereich bleiben werde, was ein nachhaltiges Konsumwachstum unterstützen würde. Gábor Regős von der Századvég sagte, dass die durchschnittlichen Lohnerhöhungen in diesem Jahr voraussichtlich viel schneller als die Inflation sein werden, aber möglicherweise langsamer als in den vergangenen Jahren.