Aufbau einer Impfstofffabrik in Ungarn

Die Behörden verteilen vier Wochen lang Hilfsgüter an Mitarbeiter von Gesundheitsdiensten, Altersheimen und sozialen Einrichtungen, die im Begriff sind, 2 Millionen Gesichtsmasken, 307.000 Operationshandschuhe und 7.000 Schutzkittel zu erhalten, sagte ein Sprecher des Vorstands, der die Bemühungen gegen die Covid-19-Epidemie koordiniert – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Tibor Lakatos, der Leiter des Notfallzentrums, sagte, dass die mit der Überwachung der Einrichtungen beauftragten Militärkommandeure die Versorgung überwachen werden. In Bezug auf den Grenzverkehr sagte Lakatos, dass der größte Druck an der ungarisch-österreichischen Grenze erwartet wird, wo täglich 13.000 Menschen erwartet werden. Die Polizei habe 7.534 Inspektionen von Personen in häuslicher Quarantäne durchgeführt, so Lakatos, und festgestellt, dass 1.580 der 11.036 Personen gegen die Vorschriften verstoßen hätten.

Auf derselben Online-Pressekonferenz sagte die leitende Gesundheitsbeauftragte Cecilia Müller, dass die Zahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle vier Tage hintereinander zurückgegangen sei. Am Freitag unterzeichnete Müller mit Personalminister Miklós Kásler und Zoltán Szilvássy, dem Dekan der Universität Debrecen in Ostungarn, eine Vereinbarung über den Aufbau einer Impfstofffabrik. Auf diese Weise könne Ungarn auch in dieser Hinsicht unabhängig von externen Quellen werden, sagte sie, die Anlage würde Zwangsimpfstoffe und andere Impfstoffe produzieren.

Zur Aufhebung der Bewegungseinschränkungen außerhalb von Budapest und dem Komitat Pest stellte Müller fest, dass zwar Restaurants nun öffnen dürfen, große Versammlungen aber nach wie vor verboten sind. Sie forderte die Cafés und Restaurants auf, sich an die Regeln der physischen Distanzierung zu halten. Auf eine Frage zu Coronavirus-Infektionen in einem Altersheim an der Budapester Pesti-Straße antwortete Müller, dass sich 303 Bewohner und 26 Krankenschwestern mit dem Virus angesteckt hätten. Bislang seien 41 von ihnen gestorben und 60 wieder genesen, sagte sie.

Außenminister Péter Szijjártó bemerkte unterdessen in einem Facebook-Posting, dass Ungarn am Donnerstag und Freitag über 6 Millionen Gesichtsmasken, 25.000 Schutzkittel und 120 Beatmungsgeräte erhalten habe. In dieser Woche seien über 600 Beatmungsgeräte in Ungarn eingetroffen, die größte Zahl seit dem Ausbruch der Pandemie, sagte Szijjártó. Beatmungsgeräte seien ein wesentliches Instrument zur Bekämpfung der Phase der Masseninfektionen, stellte er fest und fügte hinzu, dass sich die Regierung in den kommenden Tagen und Wochen auf ein solches Szenario vorbereiten werde.

Szijjártó sagte auch auf Facebook, dass die Regierung angesichts des bisherigen Erfolgs des Programms eine Verdoppelung des Budgets zur Unterstützung der Investitionen von Unternehmen, die Arbeitsplätze retten, diskutieren werde. Die Regierung hatte ursprünglich 50 Milliarden Forint (143,0 Millionen Euro) für ein vor drei Wochen gemeinsam mit der ungarischen Investitionsförderungsagentur (HIPA) gestartetes Programm vorgesehen, das sich auf die Subventionierung der Investitionen von Unternehmen konzentriert, die Arbeitsplätze erhalten. Bisher haben sich 280 Unternehmen für das Programm beworben, die Investitionen im Wert von insgesamt 138 Milliarden Forint tätigen, um 50.828 Arbeitsplätze zu erhalten, fügte der Minister hinzu.