Gulyás: Einheitliches Gesundheitssystem erweist sich in der Krise als Vorteil

Ungarns vereinheitlichtes Gesundheitssystem habe sich in einer Krise als Vorteil erwiesen, sagte Gergely Gulyás, der Leiter des Ministerpräsidentenbüros, in einem Interview mit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Kossuth Rádió. Auch die einheitliche Verwaltung des Gesundheitsbestands unter dem Krankenhaus-Leitsystem habe sich als vorteilhaft erwiesen, sagte er – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Darüber hinaus unterstrich Gulyás die Notwendigkeit einer ministerienübergreifenden Koordination und sagte, der Operative Vorstand habe den richtigen Rahmen dafür geschaffen. Gulyás sagte, dass die Löhne und Gehälter im Gesundheitswesen in den letzten neun Jahren weitaus stärker gestiegen seien als für andere Arbeitsplätze. „Dennoch liegen wir immer noch hinter Westeuropa zurück, so dass weitere Erhöhungen notwendig sind“, sagte er. Die Ärztekammer, so Gulyás, habe weitere Lohnerhöhungen in Verbindung mit einem harten Durchgreifen bei Zuwendungen empfohlen.

In Bezug auf die Kritik der Opposition an den Notstandsbefugnissen der Regierung und den darauf folgenden Maßnahmen zur medizinischen Vorbereitung warf Gulyás der Opposition vor, sie habe über die inzwischen aufgehobenen Notstandsbefugnisse gelogen. Er sagte, die Opposition gehe dann mit einer noch größeren Lüge bezüglich des neuen Gesetzes über epidemiologische Maßnahmen hausieren. Solange es keinen Impfstoff gegen das Virus gebe, liege es im gemeinsamen Interesse aller, vorbereitet zu sein, fügte er hinzu.

Zum Thema Kommunalpolitik in Budapest sagte Gulyas, István Tarlós, der Vorgänger des jetzigen Bürgermeisters Gergely Karácsony, habe der Budapester Stadtverwaltung 40 Milliarden Forint Bargeld in der Kasse und 160 Milliarden Forint Staatsanleihen hinterlassen. Jetzt hält sie 180 Milliarden Forint an Staatsanleihen, „so dass es schwer zu sagen ist, dass ihre Verbindlichkeiten ihre Ausgaben übersteigen“.