Feuerpause zwischen Armenien und Aserbaidschan in Kraft

Seit knapp zwei Wochen liefern sich Armenien und Aserbaidschan in Berg-Karabach schwere Kämpfe. Nun greift Russland ein und vermittelt eine Waffenruhe. Das soll jedoch nur der erste Schritt sein.

Nach tagelangen Gefechten zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Südkaukasusregion Berg-Karabach ist eine Waffenruhe in Kraft getreten.

Die Feuerpause sollte ab 10.00 Uhr MESZ (12.00 Uhr Ortszeit) gelten. Russland hatte das in der Nacht zum Samstag nach stundenlangen Verhandlungen vermittelt.

Kurz vor Beginn der Waffenruhe war die Lage in der Region angespannt. Nach Angaben aus Armenien gab es zahlreiche Luftangriffe. Aserbaidschan habe versucht, sich vor der Waffenruhe noch einen Vorteil zu verschaffen, meinte die Sprecherin des armenischen Militärs, Schuschan Stepanjan, auf Facebook. Baku wirft hingegen Eriwan vor, zahlreiche Siedlungen beschossen zu haben.

Seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen aserbaidschanischen und armenischen Truppen Ende September wurden auf beiden Seiten Hunderte Menschen getötet. Allein auf armenischer Seite sollen in Berg-Karabach mehr als 400 Soldaten gefallen sein. Die Kämpfe sind die heftigste Eskalation in dem Jahrzehnte alten Konflikt seit der Einigung auf einen Waffenstillstand 1994.

Die überwiegend von Armeniern besiedelte Region Berg-Karabach hatte sich Anfang der 1990er Jahre in einem Krieg von Aserbaidschan losgesagt. Die Führung in Baku wirft dem Nachbarland Armenien vor, völkerrechtswidrig aserbaidschanisches Gebiet besetzt zu halten.

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