Ungarn strebt schnellen Zugang zu Impfstoff an

Die ungarische Regierung arbeitet daran, den rechtlichen Hintergrund für den schnellstmöglichen Zugang zum Coronavirus-Impfstoff zu schaffen, sobald dieser entwickelt ist, sagte der Leiter des Büros des Ministerpräsidenten – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Ungarn hat sich an allen Forschungsprogrammen der Europäischen Union beteiligt und sich 6,5 Millionen Dosen des Impfstoffs zu Kosten von 13 Milliarden Forint (35,7 Millionen Euro) gesichert, sagte Gergely Gulyás bei einem regelmäßigen Pressegespräch. In der Zwischenzeit prüft der operative Vorstand, der für den Umgang mit der Epidemie verantwortlich ist, chinesische und russische Impfstoffe mit dem Ziel, diese zu kaufen, falls sie sich als wirksam erweisen sollten, sagte Gulyás. Er sagte, dass Ungarn derzeit über 1,3 Millionen Grippeimpfstoffe verfüge und fügte hinzu, dass bei Bedarf weitere beschafft würden. Auf eine Frage antwortete er, dass Ministerpräsident Viktor Orbán mit einem im Inland hergestellten Grippeimpfstoff geimpft worden sei.

Der Minister wies darauf hin, dass sich die Coronavirus-Situation weltweit verschlechtere, und Ungarn sei keine Ausnahme, aber während die Sterblichkeit pro eine Million Einwohner europaweit durchschnittlich 357 betrug, lag sie in Ungarn bei 129. Dem gegenüber stellte Gulyás fest, dass die Situation in den vergangenen 14 Tagen weitaus schlimmer gewesen sei: „Statistiken spiegeln einen momentanen Zustand wider und haben vielleicht nicht viel Aussagekraft … die Daten müssen als Ganzes bewertet werden“.