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Heimische Wildkräuter im Portrait – Ratgeber Garten – April 2010

Ist Gartenarbeit gesund, Kräuter sind genügsam, Einfassung der Beete, winterharte Pflanzen, heimische Wildkräuter im Portrait, Gärtnern nach dem Mond im April, Aktuelles aus dem Tomatenparadies uvm.

Ist Gartenarbeit gesund?

Wenn ein Thema jeden betrifft, ist es die Gesundheit. Ein wichtiger Beitrag zu unserer Gesundheit liegt direkt vor oder hinter dem Haus: der eigene Garten. Es geht um das Thema vorbeugen und nicht zu warten, bis der Krankheitsfall eingetreten ist und der Gang zum Arzt ansteht. Der Garten spielt genau hier eine große Rolle. Er bietet Raum, um sich an der frischen Luft zu bewegen, er ist ein Ort der Entspannung und er bringt einen auf schöne Gedanken. Aber auch was in ihm wächst, ist ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Lebensweise, allen voran biologisch gezogenes Obst und Gemüse sowie mancherlei heilsames Kraut.

Kräuter sind genügsam

Sie gedeihen im kleinsten Topf, auf der Fensterbank, auf der Treppe oder einfach vor der warmen Hauswand. Steht ein Garten zur Verfügung, lohnt es sich natürlich, über die Anlage eines Kräuterbeets nachzudenken.

Ein kleines Kräuterbeet in Hausnähe oder an der Terrasse kann bei geschickter Bepflanzung die ganze Saison über schmackhafte und gesunde Kräuter liefern. Die einfachste Variante ist die Rechteckform. Auf einer Fläche von ca. 3 – 4 Quadratmeter können Sie bis zu 20 verschiedene Arten unterbringen. Dies ist ausreichend, um eine vierköpfige Familie mit Würz-, Tee- und Heilkräutern zu versorgen.

Ideal für ein Kräuterbeet ist ein sonniger, vor Wind geschützter Platz. Und zwar Sonne von morgens bis abends, wenn möglich. Dies ist nicht nur wichtig für üppiges Gedeihen, Sie werden den Unterschied auch schmecken. Nicht umsonst sind Würzkräuter die unter mediterraner Sonne gewachsen sind besonders geschmacksintensiv. Nur wenige einheimische Arten wie Schnittlauch oder Engelwurz geben sich mit halbschattigen Orten zufrieden.

Steht viel Platz zur Verfügung, ist die Verlockung groß, einen klassischen Bauerngarten anzulegen. Dieser ist traditionell in vier Beete geteilt, eine kreuzförmige Wegführung mit einem Rondell in der Mitte erschließt die Beete. Jeder Quadrant ist dabei von einer Buchshecke umgeben. Dies sieht nicht nur hübsch aus, es macht auch viel Sinn. Die Hecke sorgt für ein günstiges Mikroklima und schützt die Pflanzen vor Wind. Die vierteilige Form der Bauerngärten geht zurück auf die Tradition der ersten Klostergärten, in denen bereits Nutz-, Heil- und Zierpflanzen einträchtig nebeneinander wuchsen.

Zur Einfassung der Beete

Zur Einfassung der Beete können Sie natürlich auch andere Pflanzen verwenden, beispielsweise mehrjährige Kräuter. Die einjährigen Pflanzen werden in die Mitte gesetzt. So lässt sich der Boden leichter bearbeiten und für die neue Pflanzsaison vorbereiten, nachdem die Pflanzen abgeräumt worden sind. Die meisten Kräuter sind äußerst genügsam. Wer die Möglichkeit hat selber Erde zu mischen, ist natürlich gut beraten. Bewährt hat sich die Mischung von 1/3 gut verrottetem Kompost, 1/3 Sand und 1/3 Gartenerde.

Die Pflanzerde sollte mit etwas kalkhaltigem Steinmehl vermischt werde. Handelt es sich um Pflanzen, deren Laub zu Würzzwecken verwendet wird empfehle ich die Beimischung eines organischen Langzeitdüngers, geeignet hierfür sind beispielsweise grobe Hornspäne.

Bereits vier bis sechs Wochen nach dem Umtopfen haben wüchsige Pflanzen wie Basilikum den Nährstoffvorrat im Gefäß aufgebraucht. Im Handel erhältliche Bio – Flüssigdünger, Brennnesseljauche oder organische Dünger schaffen hier Abhilfe. Gedüngt wird bis August. Die Pflanzen sollen jetzt nicht mehr wachsen, sondern in Ruhe ausreifen. So werden sie auch insgesamt widerstandsfähiger gegen die Winterkälte.

Winterharte Pflanzen

Winterharte Pflanzen in Töpfen und Kästen überwintern draußen, ein Beispiel ist der Thymian. Schützen Sie lediglich die Gefäße mit isolierendem Material wie Noppenfolie oder Stroh und stellen Sie diese dicht an die Hauswand, möglichst windgeschützt. Auch im Winter darf der Wurzelballen nicht austrocknen. Gießen Sie gelegentlich an frostfreien Tagen!

Empfindlichere, mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Lorbeer oder auch Zitrusgewächse werden im Herbst in einen kühlen, frostfreien und hellen Raum gebracht.

Egal wo Sie die Pflanzen überwintern: die Räume dürfen nicht zu dunkel oder zu warm sein. Dies führt nur dazu, das die Pflanzen unnötig Reservestoffe verbrauchen und im Frühjahr nicht mehr so gut austreiben.

Heimische Wildkräuter im Portrait

Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass nicht alle Wildpflanzen nur wertloses Unkraut sind. Manche werden seit Menschengedenken zur Heilung unterschiedlichster Krankheiten verwendet, andere sind eine wertvolle Bereicherung des Speisezettels oder Grundlage für allerlei andere Anwendungen.

Brennnesseln

Brennnesseln haben nicht viele Freunde, dafür umso mehr positive Eigenschaften. In den Brennhaaren ist Ameisensäure und Histamin enthalten. Beide Stoffe bewirken bei Berührung die unangenehme Hautreizung. Die Blätter enthalten zudem viel Chlorophyll, Vitamine und Mineralstoffe.

Bekannt ist auch die wassertreibende Wirkung. Brennnesselsaft wirkt stark blutbildend. Der Tee dient im Rahmen einer Frühjahrskur der Blutreinigung und hilft bei Gicht, Rheuma und Verdauungsbeschwerden. Der Wurzelextrakt der Brennnessel ist ein bekanntes Mittel gegen Haarausfall und Schuppen. Frisch zubereitet und in Butter angeschmort schmecken Brennnesseln wie Spinat.

Spitzwegerich

Spitzwegerich enthält Schleimstoffe und Bitterstoffe, Kieselsäure sowie das Glykosid Aucubin. Er kann bei Keuchhusten und Asthma eingesetzt werden. Er eignet sich vorzüglich zur Behandlung von Reizhusten. Auch bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum, als Blutreinigungsmittel bei Ekzemen und unreiner Haut oder äußerlich bei schlecht heilenden Wunden wird er verwendet. Nebenwirkungen sind keine bekannt. Spitzwegerich kann klein gehackt unter Salat und in Suppen gestreut oder wie Spinat zubereitet werden.

Bei Insektenstichen ist frisches Spitzwegerichkraut, zerquetscht und auf der Stichstelle verrieben ein erprobtes Hausmittel.

Königskerzen

Ein Gigant unter den zweijährigen Pflanzen ist die Königskerze. Im Garten ist steiniger oder sandiger Boden ideal für sie. Wichtig ist ein sonniger, warmer Platz. Die Aussaat ins vorbereitete Beet erfolgt ab Juni. Gesammelt werden nur die Blüten ohne Kelchblätter. Zupfen Sie diese frühmorgens ab und trocknen Sie sie gut. Ein Tee aus den getrockneten Blüten der Königskerze ist ein altbewährtes Mittel bei Husten und Bronchitis. 1 Teelöffel Blüten wird dazu mit 1/4 l siedendem Wasser aufgegossen, 10 Minuten ziehen lassen und abgefiltert.

Die wolligen Haare auf den Blättern können bei innerer und äußerer Anwendungen Hautreizungen hervorrufen. Gießen Sie den Tee daher vor dem Trinken sorgfältig über ein feines Tuch ab. Der Tee ist harntreibend und wird daher zur Linderung von Rheuma verwendet. Auch bei Ohrenschmerzen, Furunkeln und Hämorrhoiden hilft die Königskerze. Königskerzenöl, das Königsöl, wird hergestellt wie Johanniskrautöl und dient der Wundbehandlung und allgemein zum Einreiben. Ein alkoholischer Blütenauszug hilft äußerlich angewandt bei rheumatischen Beschwerden und Muskelschmerzen.

Mariendistel – Balsam für die Leber

Die zweijährige Mariendistel aus der Familie der Korbblütler wird bis zu 1,5 m hoch und hat große, grün-weiß marmorierte, dornig gezähnte Blätter. Ihre purpurfarbenen Blüten fallen im Verhältnis zur Pflanzengröße relativ klein aus. Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Mariendistel benötigt im Garten einen warmen, trockenen Platz. Die Wirksamkeit der Mariendistel bei chronischen Lebererkrankungen und Leberzirrhose ist inzwischen auch wissenschaftlich anerkannt. Das in der Mariendistel enthaltene Silymarin schützt die Leber vor Giften, indem es die Reparaturmechanismen in den Leberzellen und die Bildung neuer Zellen aktiviert. Darüber hinaus hilft die Mariendistel auch bei Fettleber, Gallenstauungen bis hin zur Gallenblasenentzündung, Milzleiden, Krampfadern und Hämorrhoiden. Auch nach einer überstandenen Hepatitis ist eine Kur mit Mariendisteltee zu empfehlen.

Verwendet werden die Samen. Dazu schneiden Sie die Blütenköpfchen kurz vor Reife ab und lassen sie an der Sonne trocknen. Schütteln Sie die Samen heraus und quetschen Sie diese mit dem Nudelholz. Ideal für die Lagerung ist ein Säckchen.

Gärtnern nach dem Mond im April

Der 2. April ist ein besonders ungünstiger Aussattag! Fruchttage: 5, 6, 15, 16, 23, 24. An Fruchttagen im zunehmenden Mond ist das Säen, Pflanzen und Ernten von fruchttragenden Pflanzen besonders begünstigt. Bei abnehmendem Mond Schnittarbeiten. Wurzeltage: 7, 8, 9, 17, 18, 25, 26, 27. Die Wurzeltage sind besonders günstig zur Aussaat, Pflanzung und Pflege von Wurzel- und Knollengemüse. Blütentage: 1, 10, 11, 19, 20, 28, 29. Blütentage wirken sich positiv auf Pflegearbeiten und Aussaat von Blumen und Blütenpflanzen, sowie Heil- und Küchenkräutern bei denen die Blüten Verwendung finden aus.Blatttage: 3, 4, 12, 13, 14, 21, 22, 30. An Blatttagen sollten Salate, Blattgemüse und Kräuter bei denen das Blattwerk Verwendung findet gesät und gepflanzt werden.

Stammtisch in Kehida

Der Stammtisch findet im April jeden Freitag ab 19.00 Uhr im Restaurant „ Mediterran Ételbàr“ statt.

Aktuelles aus dem Tomatenparadies

Ab 28.03.2010 sind wir mit unseren Produkten wieder jeden Sonntag auf dem Ökomarkt in Káptalantóti von 8 Uhr bis 13 Uhr vertreten.

Unser Hofladen ist im April wieder Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Mittwochs und am Wochenende nur nach telefonischer Vereinbarung. Im Angebot sind naturbelassene Marmeladen aus Wildfrüchten, Frucht- und Gewürzessig auf Apfel-Kombucha-Basis, Knoblauch- Ingwer-Elixier, Holundersirup und -saft und natürliche Pflanzen-, Stärkungs- und Hilfsmittel, Mulchfolie und Verfrühungsvließ.

Natürlich steht Ihnen Öko-Gärtner Walter Schneider für alle Fragen zu Permakultur, Bio Anbau, Tomaten und Paprika persönlich, telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Informationen

Walter Schneider
Paradicsom – Kert Almásháza
8935 Almásháza, Béke ut. 23
Tel. 0036 (30) 9142456
tomatenparadies@vollbio.de
www.tomatenparadies.gmxhome.de