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Widerstand gegen Erweiterung des AKW Paks

In Ungarn regt sich immer mehr Widerstand gegen den vom Ministerpräsidenten Viktor Orbán am 14. Januar 2014 vollkommen überraschend abgeschlossenen Vertrag zur Modernisierung und Erweiterung des Kernkraftwerkes Paks.

Greenpeace-Aktivisten demonstrieren seitdem an bedeutenden Plätzen von Budapest, die politische Opposition forderte unter Berufung auf Rechtswidrigkeit die Offenlegung des Vertragswerkes. Immer mehr Bürger – laut repräsentativer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Median 2012 sind mittlerweile 66% der Bevölkerung gegen die Erweiterung des AKW Paks – und Zivilverbände schließen sich den Forderungen an und richten E-Mails an ihre Parlamentsvertreter, um die Bestätigung des Vertrages durch das Parlament zu verhindern.

Ende Januar stellte Greenpeace fest, dass die Mails der Wähler im Zusammenhang mit dem AKW Paks – aus Übereifer oder aufgrund einer Anweisung von oben – im parlamentarischen Mailsystem abgefangen werden und nicht bei den einzelnen Abgeordneten eingehen. Greenpeace betreibt deshalb seit Ende Januar unter http://pakskontroll.hu eine Petitionsseite, auf der sich die Bürger mit ihrer eigenen E-Mailadresse am Protest beteiligen können.

War es anfangs nur der Schreck über die neuerliche, intensive Bindung an Russland und über den Mega-Kredit von mindestens 4000 Milliarden Forint (etwa 13 Milliarden Euro), dessen Rückzahlung innerhalb von 30 Jahren Generationen der gesamten Bevölkerung belasten wird, so regen sich bei den Bürgern jetzt immer mehr Zweifel an der Richtigkeit der ungarischen Energiepolitik und am Vorhaben, mehr als 80% der Elektroenergie aus Atomkraft gewinnen zu wollen, während weltweit nach alternativen Energiequellen gesucht wird und der Anteil der Atomenergie weltweit bereits auf 11% gesunken ist und weiter sinken wird.