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Nationalfeiertag in Ungarn endet im Sturm

Der 15. März scheint in Ungarn unter keinem guten Stern zu stehen. Der Tag ist einer der drei Nationalfeiertage, der Tag der Freiheit, des freien Wortes, des nationalen Bewusstseins. Er erinnert an den Aufstand von Studenten, jungen Künstlern und freiheitsliebenden Menschen am 15. März 1848, der damals das Jahr der Ungarischen Revolution und des Unabhängigkeitskampfes gegen die Vorherrschaft der Habsburger einläutete. Traditionsgemäß wird dieser Tag seitdem vor allem von der jungen Generation als Tag der Freiheit gefeiert.

Im Jahr 2013 wollte die ungarische Opposition den Tag für Stern-Fahrten aus allen Teilen des Landes nach Budapest und zu friedlichen Demonstrationen gegen die Regierungspolitik nutzen, doch das Wetter machte die Pläne zunichte. Ein ungewöhnlich starker Sturm sorgte am 14. März 2013 mit gewaltigen Schneeverwehungen für das größte Verkehrschaos aller Zeiten in Ungarn. Die Autobahnen waren auch dank der viel zu spät einsetzenden, regulierenden Arbeit der Behörden tagelang hoffnungslos verstopft, der Verkehr stand und viele Autofahrer verbrachten 1-2 Tage in ihren Autos oder in Notunterkünften in Gemeinden entlang der Autobahnen!

In diesem Jahr steuert seit den Mittagsstunden ein gewaltiges Gewitter auf die Hauptstadt zu, so dass der Meteorologische Dienst Sturmwarnung zweiter Stufe ausgab. Die Feiern der Regierung und einzelner Parteien konnten am Vormittag ohne Zwischenfall durchgeführt werden. Die sich am 6. April zur Wahl stellende, oppositionelle Koalition aus fünf Mitte-Linksparteien aber musste ihre Festveranstaltung in Budapest absagen. Am Sonntag gibt sie bekannt, wann die Veranstaltung in der nächsten Woche nachgeholt wird.

In anderen Städten des Landes ist es ähnlich. Nach tagelangem Traum-Frühlingswetter toben jetzt Stürme in den Komitaten Pest, Győr-Moson-Sopron, Komárom-Esztergom, und Nógrád. Im Laufe des Nachmittags erreichen die Stürme auch die anderen Komitate. Es werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erwartet.