Nachgedacht: Ich bin kein Fußballexperte …

… zumindest möchte ich mich keinesfalls als solchen bezeichnen. Da gibt es schon ganz andere Kaliber: Stefan Effenberg, Lothar Matthäus und nicht zu vergessen, Reporterlegenden Marcel Reif und Tom Bartels.



König Fußball hat mich schon immer interessiert, fasziniert, anvisiert. Seit Kindesbeinen an mit Papa auf ins Stadion, später mit der eigenen Familie. Meine über viele Jahre dauernde berufliche Tätigkeit bei der örtlichen Tageszeitung waren hierbei ein großes Plus. Wochende war Fußball angesagt. Eigentlich immer, Frühling, Sommer, Herbst und Winter (die halbjährlichen kurzen Pausen natürlich ausgeschlossen). Mein Heimatverein spielte damals in der Bayernliga, die zu diesen Zeiten höchste Amateurliga (wurde mittlerweile abgeschafft). Ich denke gerne zurück an diese erfolgreichen Jahre, die Kilometer langen Busfahrten quer durch Bayern zu den Auswärtsbegegnungen, die Trainingseinheiten, die Spielerbesprechungen, DFB-Pokalpartien und, und, und. Aber das alles nur vorne weg.

Nun zur Gegenwart: Am Dienstag wird es wieder ernst für die deutsche Nationalmannschaft. England wartet um 18 Uhr im Wembley-Stadion in London. Jogis Truppe hat sich gegen Ungarn nicht mit Ruhm bekleckert, keinesfalls. Die internationale Presse war zum Teil entsetzt, eine solch einfallsarme Elf auf dem Platz in München agieren zu sehen. Die Urteile: vernichtend. Das kann ja heiter werden, denke ich mir, wenn das in London so weitergeht. Ein Umdenken muss her: in der Mannschaft und vorrangig beim Trainer. Die Aufstellung am vergangenen Mittwoch hat mir überhaupt nicht zugesagt. Und, soviel ich gelesen und gehört habe, den Zuschauern nicht, den Fans nicht, den Experten nicht, keinem!!! Das alles beweist wieder einmal das offene Geheimnis, Löw und sein Sturkopf. Er, der Cheftrainer, hat das absolute Sagen, noch!

Allein die unendliche Geschichte mit Müller und Hummels war mehr als eine Farce. Zuerst abgesägt, dann nochmal und nochmal und schließlich, oh Wunder, das Einlenken. Liest sich wie ein Hollywood-Streifen. Aber dies ist keine erfundene Geschichte, das ist bittere Realität. Irgendwann schien es dem Trainer zu dämmern, dass es ohne die beiden „Altstars“ eben nicht geht. Zum Glück! Vor allem Thomas Müller besitzt die besondere Gabe, alle seine Kameraden auf dem Rasen anzufeuern. Und genau dieses „Müller-Radio“ braucht das Team.

Es braucht es jetzt, zu Beginn der Ko-Runde. Harte Brocken sind übrig geblieben, die Besten der Besten eben. Von nun an gilt, nicht rückwärts, sondern vorwärts. Nur so sollte ein Weiterkommen möglich sein. Und, wenn ein einfacher Schreiberling bitten darf, eine andere Aufstellung. Mein Vorschlag: Kimmich und Goretzka in der Mitte, verstärkt von Kroos, Müller und Havertz von außen, Abwehr wie gehabt mit Gosens als vierten Mann, im Tor Neuer (sowieso klar) und vorne als Sturmspitze Musiala. Kein Sanè, kein Werner, kein Volland, kein Gündogàn.

Doch, wie geschrieben, ich bin kein Experte. Nur neugierig auf Bundes-Jogis Plan, gegen England als Sieger vom Platz zu gehen und ins Viertelfinale einzuziehen.

Ich wünsche mir, es bleibt kein Traum und Sie, liebe Balaton Zeitungsleser, bestimmt auch.

Bis bald,
Ihre Eva