Nachgedacht: Game over …

… für die deutsche Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft. Aus und vorbei im Achtelfinale. Fußball zum Abgewöhnen war das am Dienstagabend. Ein 0:2 gegen England, zu Recht verloren. Dusel im Ungarnspiel, dafür jetzt die klare Ansage. Seit der Weltmeisterschaft in Russland vor drei Jahren gab es im deutschen Fußball keine Änderung mehr und keinen Aufwärtstrend, eigentlich nur Blamage.



Na gut, vergessen wir die Partie gegen Portugal nicht. Ein kleiner Lichtstreifen am Horizont, dachten viele. Die Portugiesen hatten mit ihren zwei Eigentoren aber entsprechend dazu beigetragen. Deutschland hat gute Fußballer, zugegeben. Aber bis dato: einen Trainer, der offensichtlich keine Ahnung von einer offensiven Aufstellung hat. Das Herumgeklempere im Mittelfeld war nicht mehr zum Anschauen. Obwohl: die Engländer spielten denselben Zopf. Hin und her, wieder zurück zum eigenen Tormann, hin und her und wieder zurück. Der einzige Vorteil des Gegners gegenüber der deutschen Elf: sie hatten Stürmer. Die deutsche Mannschaft kann keinen „gelernten“ Mittelstürmer ins Aufgebot bringen, deshalb auch die Torgefährlichkeit gleich Null. Chancen ja, Verwertung keine.

Abwehr und Mittelfeld waren ja okay, aber es fehlte der Antrieb, der Spaß am Spiel, die Lockerheit, der Mut. War das Spielverweigerung: denke nicht. Einfach nur lustlose Kickerei. Und Löw: er hat sich nach der Niederlage entschuldigt, bevor er das Wembley-Stadion durch den Dienstbotenausgang verlassen hat. Okay, Entschuldigung angenommen und angekommen. Leider viel zu spät. Immer auf dieselben Spieler zurückzugreifen, ist irgendwie nicht zu verstehen. Einen Kader von 26 Mann auf die EM vorzubereiten mit einem entsprechend enormen Aufwand, (gut – das machen die anderen auch), grenzt in diesem Fall schon an Geldverschwendung. Was hat es gebracht, frage ich mich. Im Prinzip: 000.

Und was macht Löw: in der zweiten Spielhälfte bringt er wieder Gnabry und Sanè, denen während der gesamten Vorrunde das „Pech an den Stiefeln klebte“. Und zum Schluss der Überhohn: 90 Sekunden stehen noch auf der Anzeigetafel, Löw bringt Musiala aufs Feld. Nur noch zum Lachen. Es hatte eben nicht sollen sein. Wir waren nicht gut genug für ein Weiterkommen, geschweige denn für den Titel. Wir waren grottenschlecht. Die einst so hoch gelobte Ära Löw ist somit zu Ende, ein Neuaufbau muss kommen.

Ex-Bayern Coach Hansi Flick hat ein schweres Erbe anzutreten. Nach diesem Turnier weiß er um seinen neuen Job. Doch auch die Bayern zeigten unter Kovac keine beachtlichen Leistungen. Was geschah: Flick übernahm die Truppe und sechs Pokalsiege sowie Auszeichnungen über Auszeichnungen waren die Folge. Also wird er das mit der Nationalelf auch irgendwie hinbekommen. Ihm fehlt halt leider dazu ein Lewandowski, ein Coman, ein Hernandez, ein Davies. Aber er wird Verwendung finden für genügend deutsche Spieler, die in der Bundesliga hervorstechen. Das Blatt wird sich wenden, da bin ich mir sicher. Warten wir ab, wenn 2022 die WM in Qatar angepfiffen wird. Dann steht mit Sicherheit eine zum Teil andere Elf auf dem Platz.

Flick wirds richten, dazu viel Erfolg!

Bis bald,
Ihre Eva