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Schwacher Forint gut für Touristen

Der Ungarische Forint befindet sich im Sturzflug. An manchen Tagen gibt es für einen Euro bereits 318 Forint. Die ausländischen Touristen freut es: die begehrten, frisch vom Obstbauern gepflückten ungarischen Pfirsiche gibt es hierzulande so schon für 80 Cent/kg auf dem Markt, ein gutes Bier im Supermarkt schon ab 60 Cent, einen Tokajer Sortenwein kann man für umgerechnet 1,40 Euro kaufen! Am langjährigen Tiefpunkt des Forint-Kurses kann es nur heißen: Auf nach Ungarn!



Die einheimische Bevölkerung ist besorgt. Einerseits verkaufen jetzt viele, die ein wenig Geld in Euro gespart haben, zum günstigen Kurs das Ersparte, andererseits werden derzeit keine privaten Fahrten ins Ausland geplant, weil der Euro viel zu teuer ist. Wer seine Urlaubsreise über ein Reisebüro gebucht hat, ist vom Schwanken des Forint-Kurses kaum betroffen, die Reisebüros kalkulieren ihre Preise unter Einberechnung einer gewissen Kursschwankung zum Anfang des Jahres und verändern sie erst, wenn der Kurs über ein gewisses Maximum hinausgeht. Die Wechselstuben spüren große Kursschwankungen sofort und kaufen derzeit vor allem Euro in großen Mengen auf.

Analysten zufolge ist die Talfahrt des Forint nicht nur das Ergebnis ungarischer Finanzpolitik, sondern wird auch von der Situation auf dem internationalen Finanzmarkt und vom politischen Geschehen beeinflusst. Der Direktor der K & H Bank verweist auf den Konflikt in der Ukraine, in dessen Folge Anleger ihre Aktien verkauft hätten. Der Sturz des Forints wird in hohem Maße von den niedrigen Grundzinsen der ungarischen Notenbank und dem kürzlich verabschiedeten Devisenkredit-Programm beeinflusst. Viele rechnen mit einem weiteren Sinken des Forints, der Abwertung des ungarischen Geldes.