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Erschreckender Wahlsieg am Balaton

In der einstigen Bergarbeiterstadt Tapolca fuhr die ultrarechte Partei Jobbik unweit des Balaton einen Wahlsieg ein, der nicht nur in Ungarn aufhorchen lässt. Bei einer notwendigen Nachwahl ging es in der Stadt vor allem darum, einen Sieg der Regierungspartei zu verhindern.



Dass aber mit Lajos Rig der Vertreter einer rechtsradikalen Partei gewinnt, die Antisemitismus und Hass mit den Worten propagiert, „die Roma sind die biologische Waffe gegen die Juden“ lässt erschütternde Schlüsse auf den derzeitigen Zustand der gesamten ungarischen Gesellschaft zu. Die einst unbedeutende Partei schart seit Jahren eine immer weiter wachsende Zahl von Wutbürgern um sich und hat gute Chancen, bei den Parlamentswahlen in drei Jahren einen echten Gegenpol oder gar einen Koalitionspartner für die derzeitige, nationalistische Regierungspartei Fidesz zu bilden – kein gutes Zeichen für Ungarn und die EU.

Der liberale Politiker, Gábor Kuncze, äußerte sich dem Fernsehsender ATV gegenüber zu diesem Thema: „Seit fünf Jahren predige ich, dass sich Ungarn unter Viktor Orbán in die komplett falsche Richtung entwickelt.“ Er ergänzte, dass die demokratische Opposition große Fehler gemacht hat und keine wirkliche Alternative zu bieten habe. „Nach dem kürzlich erzielten Sieg bei den Zwischenwahlen in Veszprém hat es die Opposition nicht geschafft, in Tapolca einen gemeinsamen starken Kandidaten aufzustellen.“ Kuncze fügte hinzu: „Der Linken fehlt eine glaubwürdige Person an der Spitze und es fehlen ihr die Argumente, die Wähler zu überzeugen. Die Jobbik als Nazis zu beschimpfen, reicht nicht aus.“

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