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Tourismus in Ungarn kämpft mit Arbeitskräftemangel

Die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung sind schlecht, der Tourismus stagniert, weil zahlungskräftige Gäste zumindest außerhalb von Budapest vielerorts ausbleiben – deshalb haben sich tüchtige junge Menschen aus Hotellerie und Gastronomie ins Ausland aufgemacht.



„Wir müssen dort auch hart arbeiten, aber unsere Arbeit wird geschätzt und die Bezahlung ist viel besser als zu Hause“, sagt ein junger Kellner vom Balaton. „Vor allem bekommen wir unseren Lohn pünktlich und korrekt ausgezahlt, was in Ungarn oft nicht der Fall ist: wenn der Tag der Lohnauszahlung naht, verschwinden die Chefs oder vertrösten auf später.“

Offiziellen Zahlen zufolge steige zwar der Tourismus in Budapest, am Balaton und in den anderen Ferienregionen des Landes, die Hotel- und Restaurantbesitzer aber haben es schwer. Zum einen können sie einen Anstieg der Touristenzahlen, aber nicht der Einnahmen bestätigen, zum anderen fehlt ihnen gutes Personal.

Der Vorsitzende des Verbandes der Arbeitgeber im Tourismus und in der Gastronomie VIMOSZ, Pál Zoltán Gál, sprach dieses Thema im staatlichen Fernsehen von Ungarn an.

Die Abwanderung der Arbeitskräfte sei angesichts der höheren Löhne im Ausland verständlich. „Die Rentabilität des Sektors ist in Ungarn wegen der hohen Steuerlasten, die höher sind als in Westeuropa, wo es für Gastronomie und Tourismus einen günstigen Steuersatz gibt, relativ gering“, sagte der Tourismusexperte und verwies darauf, dass der Regierung eine Fachexpertise für die Entwicklung des Tourismus in Ungarn seit mehr als anderthalb Jahren zur Beurteilung vorliege. „Der Tourismussektor wartet auf eine politische Entscheidung zur Verbesserung der Situation.“

Allgemein rechnet man in Ungarn mit einer guten Sommersaison, denn die Angebote wurden verbessert, die Kapazitäten erweitert. In der Preispolitik gäbe es jedoch noch einiges zu lernen: während sich Budapest teilweise unter Wert verkauft, sind viele Orte am Balaton und bestimmte Thermalbäder zu teuer.

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