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Naturnahes Gärtnern: Lästlinge oder Nützlinge? – Ratgeber Garten August 2015

Friedlich umgehen mit Biene, Wespe und Co., Ameisen umsiedeln, Mückenfeinde fördern, dem Maulwurf nicht auf den Pelz rücken, Spanische Wegschnecke, Regenwürmer gegen Schnecken, Blauregen schneiden, Mondkalender im August 2015 uvm.

Lästling“ – wer trägt eigentlich diesen Namen zu Recht? Ist es der ungeliebte Nachbar oder gar die böse Schwiegermutter, die es bei aller Sprichwörtlichkeit so ja gar nicht gibt? Und die „Lästlinge“ im Garten? Na ja, die gibt es schon, und sie können uns das Leben auch wirklich schwer machen. Aber dazu sind sie eigentlich nicht da, die -„linge“, denen man in den allermeisten Fällen getrost ein „Nütz“ vor die zweite Silbe setzen kann. Damit das diffamierende „Läst“ für uns nicht zur Last wird, sollten wir einiges über sie wissen und unser Verhalten danach ausrichten.

Friedlich umgehen mit Biene, Wespe und Co.

Es wird niemand die Nützlichkeit, ja den hohen Wert bestreiten, den z.B. die Biene für die Menschheit im Allgemeinen und für uns Kleingärtner im Besonderen darstellt. Da sie den Lebensraum mit uns teilt, ebenso wie die Hummel, die Hornisse und die Wespe, sollten wir sie besser kennen(-lernen) – auch wenn diese Aufzählung geeignet ist, für viele von uns eine eindrucksvolle Drohkulisse aufzubauen.

Das Zauberwort heißt „Koexistenz“. Und der steht der „Bienenstich“ entgegen – der berühmte leckere Kuchen. Denn es hilft weder Wedeln noch Verscheuchen beim Kampf um die Herrschaft über die süße Speise, vor allem mit Kurzkopfwespen, die auch gerne mal die menschliche Konkurrenz stechen. Denn das fehlte noch! Treffen wir den Lästling aber bei der Arbeit des Bestäubens an, so verrät sein langsamer Flug und ein ruhiger Summton, dass von Angriffslust nicht die Rede sein kann. Vermeiden wir aber nicht nur süße, sondern überhaupt Provokationen, indem wir Speisen abdecken, keine schnellen Bewegungen machen und die Tiere nicht anpusten, können wir als vernunftbegabte Wesen gefahrlos unseren Lebensraum Garten mit diesen Nützlingen teilen.

Alkohol, süße Speisen, aber auch Kosmetika machen die Bestäuber unserer Pflanzen aggressiv. Auf keinen Fall sollten wir nach ihnen schlagen, wenn es unserer Meinung nach zu bedrohlich wird. Von Natur aus sind diese Insekten nicht angriffslustig und keineswegs darauf aus zu stechen. Gelangt man aber in die Nähe ihres Nestes (ca. 3 bis 4 m), ist es mit der Friedfertigkeit vorbei und ihr Verteidigungsinstinkt wird geweckt. In diesem Umkreis sollten Sie hektische Bewegungen unterlassen, die direkte Flugbahn nicht verstellen, Erschütterungen vermeiden und natürlich das Nest in Ruhe lassen.

Ameisen umsiedeln, Mückenfeinde fördern

Sie graben unablässig und fleißig und lockern so den Gartenboden, den sie auch noch düngen und verbessern, indem sie Biomasse in die Erde transportieren, wenn – ja, wenn sie nur oft nicht am falschen Platz wären – die Ameisen. Eigentlich nützlich, und das sollen sie am rechten Platz gern sein – können wir sie von der unerwünschten Stelle nur vertreiben: mit viel Wasser oder durch eine „Umsiedlung“. Dazu stellt man einen mit Holzwolle gefüllten Blumentopf umgekehrt über das Nest und wartet, bis die Tiere da hineingezogen sind. Dann wird der Topf an eine andere Stelle im Garten gebracht. Diese Methode funktioniert natürlich nur in der Anfangsphase eines Nestbaues. Später hilft nur noch Vertreibung, welche aber immer den Tod der Brut zur Folge hat.

Wer keine Mücken im Garten mag, sollte diesen lästigen Tieren keine Brutmöglichkeiten (ungestörte Wasserstellen) bereiten, also z.B. das Wasser in Vogeltränken und Regentonnen möglichst einmal in der Woche austauschen. Einen Teich sollte man so einrichten, dass sich Rückenschwimmer und Libellen ansiedeln können – sie (bzw. die Libellenlarven) haben den Mückennachwuchs einfach zum Fressen gern.

Dem Maulwurf nicht auf den Pelz rücken

Apropos „fressen“. Obwohl er viele Schadinsekten vertilgt, konzentrier(t)en sich viele Mordgelüste auf ihn, und so mancher rückte schon dem Maulwurf auf seinen schwarzen Pelz. Wir distanzieren uns von solcher Gesinnung (das Gesetz schützt ihn inzwischen längst). Durch seinen Fleiß wird die Erde gelockert und belüftet, wie es sonst keiner kann. Der Maulwurf, er muss leben!

Stellen wir uns den Idealfall vor. Während wir uns anderen Beschäftigungen wie dem Ausruhen widmen (natürlich nach der Gartenarbeit), tun unsere Nützlinge ihre Arbeit für uns – paradiesische Verhältnisse. Wenn wir uns also nur ein wenig geschickt und angepasst verhalten, werden sie für uns aktiv, während wir uns strecken können, wirklich!

Spanische Schnecke ist nicht spanisch

Die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) gilt als eine der invasivsten Arten in Deutschland, aber in den letzten Jahren auch hier in Ungarn. Bislang dachte man, sie wäre durch spanische Obst- und Gemüseimporte eingeschleppt worden. Eine Studie des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der Goethe-Universität Frankfurt zeigt nun aber, dass das Paradebeispiel einer einwandernden Art aus Mitteleuropa kommt! In dem angeblichen Herkunftsgebiet fanden die Wissenschaftler kein einziges Exemplar, das identisch ist mit den „Spanischen“ Wegschnecken bei uns. „Wir haben einen genetischen Stammbaum erstellt und ihn in Beziehung zur geographischen Verbreitung gesetzt. Diese Art ist definitiv nicht dort heimisch, sondern bei uns“, so Prof. Markus Pfenninger, Autor der Studie. Warum sie aber immer häufiger wird, wissen auch die Forscher nicht: „Vielleicht hat sich die Schneckenart in den vergangenen Jahrzehnten auch einfach aufgrund veränderter landwirtschaftlicher Anbaumethoden so stark vermehrt, dass es uns wie eine Invasion erscheint.“

Regenwürmer gegen Schnecken?

Offenbar stärken Regenwürmer Pflanzen und helfen ihnen dabei, sich gegen die Angriffe der Spanischen Wegschnecke zu schützen. Außerdem scheinen die Schnecken weniger Schaden anzurichten, wenn sie in einer Umgebung mit verschiedenen Pflanzenarten zu Werke gehen, berichten Forscher von der Universität für Bodenkultur in Wien.

In einer Studie zeigte sich, dass die Zahl der angefressenen Pflanzenteile sowohl in artenarmen als auch in artenreichen Ökosystemen um etwa 60 % sinkt, wenn Regenwürmer vorhanden sind. Sie erhöhen die Nährstoffversorgung der Pflanzen, die dadurch mehr giftige Abwehrstoffe produzieren. Den positiven Effekt der Pflanzenvielfalt erklären die Forscher damit, dass Schnecken Nahrung lieben, die in großen Mengen verfügbar ist. In artenreichen Umgebungen seien sie zu häufigem Nahrungswechsel gezwungen.

Erfolgversprechend ist die Anwendung von Ferramol. Dieses Schneckenbekämpfungsmittel enthält eine Eisenphosphatverbindung die für Haustiere ungiftig ist. Schnecken verlieren nach der Aufnahme den Fresstrieb, vergraben sich und verhungern. Zum Schutz der nützlichen Weinbergsschnecken sollte der Biogärtner Ferramol in Schneckenfallen ausbringen, da kommen die Gehäuseschnecken nicht rein.

etzt aktuell: Blauregen schneiden

Sollten Sie im Februar vergessen haben, ihren Blauregen zu schneiden, können Sie dies problemlos auch jetzt noch machen. Schneiden Sie dafür alle neuen Triebe auf zwei bis drei Augen zurück. Dann blüht er auch im kommenden Jahr üppig.

Der Mondkalender im August 2015

Fruchttage: 6, 7, 14, 15, 16, 25, 26. An Fruchttagen im zunehmenden Mond ist das Säen, Pflanzen und Ernten von fruchttragenden Pflanzen besonders begünstigt. Bei abnehmendem Mond Schnittarbeiten. Wurzeltage: 1, 8, 9, 17, 18, 20, 27, 28. Die Wurzeltage sind besonders günstig zur Aussaat, Pflanzung und Pflege von Wurzel- und Knollengemüse. Blütentage: 2, 3, 10, 11, 12, 21, 22, 29. Blütentage wirken sich positiv auf Pflegearbeiten und Aussaat von Blumen und Blütenpflanzen, sowie Heil- und Küchenkräutern bei denen die Blüten Verwendung finden aus.Blatttage: 4, 5, 13, 23, 24, 31. An Blatttagen sollten Salate, Blattgemüse und Kräuter bei denen das Blattwerk Verwendung findet gesät und gepflanzt werden.

Markttage

Jeden Sonntag sind wir mit unseren Produkten auf dem Ökomarkt in Káptalantóti von 8-13 Uhr vertreten.

Jeden Dienstag und Samstag von 8-13 Uhr sind wir in Heviz auf dem Ökomarkt am großen Parkplatz mit unseren Produkten zu finden.

Stammtisch in Kehida

Der Stammtisch für Hobbygärtner und Naturfreunde findet wieder regelmäßig jeden Donnerstag ab 19 Uhr im Restaurant Mediterrán Ételbar gegenüber des Thermalbads in Kehida Kustany statt. Im August werden neben der reichhaltigen Speisekarte auch regionale Spezialitäten der Saison angeboten.

Aktuelles aus dem Tomatenparadies

Im Juli werden in Heviz und Káptalantóti auch seltene Tomaten und Paprikafrüchte in kleinen Mengen angeboten.

Im Angebot sind naturbelassene Marmeladen aus Wild- und Kulturfrüchten, Frucht- und Gewürzessig auf Apfel- Kombucha Basis, Knoblauch- Ingwer-, Bärlauch-, und Rosskastanien Elixier, Holunder-, Spitzwegerich-, Fichtennadel-, und Löwenzahn-Sirup, Sanddorn-, Holunderbeer-, Hagebutten-, Schlehen- und Sauerkirsch Sirup ohne Zucker, mit Stevia gesüßt. Gelee und Säfte sowie weitere Gesundheits-Lebensmittel aus der Apotheke Gottes. Natürliche Pflanzen- Stärkungs und Hilfsmittel, Mulchfolie und Verfrühungsvließ.

Die Pflanzen-, Stärkungs- und Hilfsmittel, Mulchfolie und Verfrühungsvließ, getrocknete Brennesseln, Schafgarbe und Schachtelhalm als Tee und als Pflanzenhilfsmittel, sowie das für Haustiere und Nützlinge ungiftige Ferramol zur Schneckenbekämpfung bringe ich gerne nach telefonischer Absprache zum jeweiligen Markt mit.

Im August findet jeden Mittwoch eine Tomatenführung mit Verkostung statt.
Beginn 13 Uhr, Gebühr 2000 Forint pro Person inklusive 1 Kilo selbstgepflückter Tomaten.

Informationen

Walter Schneider
Paradicsom – Kert Almásháza
8935 Almásháza, Béke ut. 23
Tel. 0036 (30) 9142456
tomatenparadies@vollbio.de
www.tomatenparadies.gmxhome.de