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Ungarische Jazzlegende gestorben

In seinem 76. Lebensjahr verstarb am 15. Dezember 2015 der wohl beliebteste Jazzmusiker Ungarns, Sándor Benkó. Der Klarinettist gründete im Jahre 1957 die Benkó Dixieland Band, die rasch weit über die Landesgrenzen populär wurde. Die Band gewann zahlreiche Wettbewerbe im In- und Ausland, wurde zu vielen Festivals geladen und spielte mit den ganz Großen der Szene.



Sándor Benkó wurde 1940 in Budapest geboren, besuchte bereits als Sechsjähriger die Musikschule, wo er Klavier und später Klarinette lernte. Die Musik betrieb er neben seinem Studium an der TU Budapest als liebstes Hobby. 1963 diplomierte er als Ingenieur, 1972 erwarb er die Doktorwürde und lehrte bis 1995 an der TU.

Die Benkó Dixieland Band tourte seit den 60er Jahren durch alle Länder Osteuropas, ab den 70er Jahren auch durch westliche Länder. 1971 gewann die Band das Montreux Jazz Festival, 1972 den Großen Preis des Jazzfestivals in San Sebastian. Die britische „Musik Week“ kürte die Band 1976 zu den „Stars des Jahres.“ In den 80er Jahren errang die Band bei zahlreichen Auftritten hohe Anerkennung in den USA: 1982 erhielt sie den Großen Preis des Jazzfestivals von Sacramento, 1983 wurde die Benkó Dixieland Band in Kalifornien zur „Band des Jahres“ gewählt. Mit Stolz erfüllten die Band die Auszeichnungen durch die amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan und George W. Bush.

In der Heimat wurde die Jazzband mit dem Kossuth-, Liszt- und Prima Primissima-Preis, sowie zahlreichen weiteren Preisen geehrt. Sándor Benkó hat über Jahrzehnte hinweg das musikalische Leben Ungarns bedeutend mitbestimmt. Der Tod des beliebten und sehr erfolgreichen Musikers kam plötzlich und unerwartet.

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