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Das ist die Rechtslage für Sportwetten in Ungarn – ein Vergleich zu Deutschland

Die Rechtslage in Bezug auf Sportwetten ist in vielen Ländern unterschiedlich geregelt. In England beispielsweise haben Sportwetten eine lange Tradition. Viele der besten Sportwettenanbieter kommen aus diesem Grund auch aus Großbritannien. In Ländern wie Deutschland wurde zuletzt nach jahrzehntelangem Tauziehen eine einheitliche Regelung geschaffen. In Ungarn jedoch ist die Rechtslage nicht so klar.

Mann blickt auf Smartphone und freut sich

Sportwetten-Rechtslage in Ungarn

Sportwetten gehören zu den am schnellsten wachsenden Märkten im Online-Bereich. Die Rechtslage in Ungarn ist jedoch noch lange nicht so einfach zu durchblicken wie in anderen Ländern. Dies trifft vor allem auf Online Sportwetten bei ausländischen Wettanbietern zu.

Ähnlich wie in Dänemark ist die Organisation von Sportwetten in staatlicher Hand. Obwohl im Glücksspielgesetz die Nutzung von Online Casinos als verboten erklärt wurde, galten für Online Sportwetten keine Regularien. Erst im Jahr 2013 wurde eine erste Bemühung zu einer einheitlichen Regelung unternommen. So konnte der Staat Konzessionen für potenzielle Marktteilnehmer verteilen.

In der Praxis hat dies jedoch nicht stattgefunden. Durch nachfolgende Änderungen im Gesetz wurde das Konzessionssystem im Bereich der Online-Casinos wieder abgeschafft. Gleiches galt für den Sportwetten-Bereich. Das Ziel hier, ausländische Unternehmen den Eintritt in den ungarischen Markt unmöglich zu machen. Der staatlichen Szenerencsejáték Zrt wurde damit eine 100-prozentige Monopolstellung eingeräumt.

EU-Recht über ungarischem Recht

Im Jahr 2014 folgte eine Klagewelle gegen Sportwettenanbieter, die nicht in Ungarn ansässig waren. Die Klagen gegen Unibet und Bet365 waren jedoch erfolglos. Der Europäische Gerichtshof hat in diesem Zusammenhang beschlossen, dass hier ein Widerspruch zum Gemeinschaftsrecht herrscht.

Obwohl diese Wettanbieter nach ungarischem Recht nicht berechtigt waren, ihre Dienstleistung anzubieten, stand dies jedoch Widerspruch zum geltenden EU-Recht. Die ungarischen Rechtsvorschriften konnten somit nicht angewendet werden. Sportwettenanbieter mit gültiger EU-Lizenz konnten somit weiterhin legal in Ungarn genutzt werden.

Ungarn öffnet Wettmarkt in 2023

Im Jahr 2023 sollen weitere Anpassungen folgen, die zu einer einheitlichen Regelung führen. Somit öffnet Ungarn den Markt für internationale Wettanbieter, die über eine gültige Lizenz verfügen und weitere Bedingungen der neuen Regularien erfüllen. Noch nicht offiziell abgesegnete Vorschläge sehen dabei vor, dass ein Betreiber über mindestens fünf Jahre Erfahrung in einem EU-Land verfügen muss, eine Zweigniederlassung in Ungarn eröffnen und diese mit einem Kapital von mindestens 2,5 Millionen Euro ausstatten soll.

Hinzu kommen weitere Auflagen, wie beispielsweise eine Lizenzgebühr von 1,5 Millionen Euro und die Erstellung und Umsetzung eines Spielerschutz-Aktionsplans. Die Lizenz wird dabei für mindestens sieben Jahre vergeben. Insgesamt erinnert die Situation an die des deutschen Wettmarktes.

Ungarischer Sportwettenmarkt mit Parallelen zu Deutschland

Insgesamt erinnert die Situation an die von Deutschland vor der Implementierung des neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrags. Jahrelang war die Rechtslage in Deutschland in Bezug auf Sportwetten nicht gänzlich geklärt. Ähnlich wie Ungarn durften Sportwetten nur legal angeboten werden, weil auch hier EU-Recht über deutschem Recht stand.

Zudem beteiligte sich Schleswig-Holstein nicht an den Regelungen der anderen Bundesländer und vergab seine eigenen Sportwettenlizenzen. Somit konnten Wettanbieter mit einer EU-Lizenz und einer Lizenz aus Schleswig-Holstein in ganz Deutschland ihr Angebot legal anbieten. Fast zehn Jahre sind nach dem überarbeiteten Glücksspielstaatsvertrag aus dem Jahr 2012 vergangen.

Um das Jahr 2020 herum saßen die Bundesländer jedoch wieder zusammen und beschlossen, erstmals eine einheitliche Regelung zu finden, die für ganz Deutschland Wirkung finden sollte. So wurde die neue deutsche Wettlizenz erarbeitet. Seit dem 15. Oktober 2020 hatten die Wettanbieter Zeit, sich auf die geänderten Anforderungen einzustellen und entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Bis zum endgültigen Inkrafttreten am 1. Juli 2021 ist die Anzahl der Wettanbieter mit deutscher Lizenz stetig gestiegen.

Wettsteuer in Ungarn höher als in Deutschland

Im Kern des Glücksspielstaatsvertrags von 2012 stand auch die Einführung einer Wettsteuer in Höhe von 5 Prozent. Diese wurde in der überarbeiteten einheitlichen Version der deutschen Lizenz sogar auf 5,3 Prozent erhöht.

Eine Zahl, die ungarische Sportwetten Fans mittlerweile gerne unterschreiben würden. In Ungarn müssen Wettanbieter Spielern 15 Prozent des Nettogewinns abziehen und Steuern an den Staat abgeben. Ob es hier noch eine Anpassung gibt, blieb bislang offen.

Ähnlich wie in Deutschland gibt es vor der endgültigen Implementierung und darüber hinaus noch viele Fragen zu klären.