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Kaffeekapseln – Trend zu Nachhaltigkeit und Fairtrade

Mit dem ersten Auftritt von George Clooney in einem Werbespot für Nespresso sind Kaffeekapseln schlagartig bekannt geworden. Aufgrund ihrer Produktvorteile – praktisch, einzeln portionierbar und aromaversiegelt – haben sie schnell viele Liebhaber für sich eingenommen.

Doch nicht alles an ihnen ist positiv: Durch sie entsteht viel mehr Müll als bei konventionellem Kaffeegenuss, und das hat sie als kleine Umweltsünder in Verruf gebracht. Einige Kapselanbieter wollen dieses Problem nun lösen und zeigen, dass der Trend beim Kapselkaffee zu Nachhaltigkeit und zu Fairtrade geht.

Beliebtheit dank Portionierbarkeit

Die Zahl der Kaffeekapselanbieter ist in den letzten paar Jahren stetig gewachsen. Mit dem steigenden Erfolg von Nestles Verkaufsschläger Nespresso sind auch immer mehr Mitbewerber auf den Markt getreten. Für die Verbraucher hatte dies den Effekt, dass das Angebot an Kaffeekapseln immer unübersichtlicher wurde. Die Unterscheidbarkeit zwischen den verschiedenen Angeboten hat sich bislang überwiegend über den Preis und den Geschmack definiert. Die spezifischen Vorteile der Kapseln konnten fast alle Produkte aufweisen:

  • Portionierbarkeit pro Kaffeetasse
  • Aromaversiegelung
  • Luftversiegelung
  • Einfache Kaffeezubereitung

Da das Patent von Nestlé bereits 2009 abgelaufen ist, sind nahezu alle Kaffeekapseln der Mitbewerber inzwischen Nespresso kompatibel und in allen gängigen Kapselmaschinen verwendbar. Die Austauschbarkeit des Produkts ist für den Verbraucher dadurch sehr einfach.

Kleine Kapseln, große Müllberge

Der Hype um die praktischen kleinen Kapseln hat im letzten Jahr allerdings einen Dämpfer erfahren. Umweltschützer machten darauf aufmerksam, dass durch die Verwendung von Kaffeekapseln deutlich mehr Müll entsteht als bei herkömmlichen Konsum. Denn pro Kaffeetasse ist eine Kapsel zu entsorgen, die je nach Hersteller aus wenig umweltfreundlichem Aluminium oder Kunststoff besteht. So produzieren die Deutschen rund 4000 Tonnen Kaffeekapsel-Müll im Jahr, wie die Welt berichtete. Marktführer Nespresso will dieses Problem lösen, indem der CO2-Fußabdruck pro Tasse reduziert wird. Hierfür sollen rund 15 Prozent weniger Aluminium für die Kapseln verwendet werden. Außerdem arbeitet man an der Energieeffizienz der Kaffeemaschinen. Eine dritte Maßnahme soll sein, dass das Unternehmen vermehrt Kaffee bezieht, der von der Rainforest Alliance zertifiziert ist und dadurch ökologische Standards erfüllt.

Kaum ein Getränk ist so beliebt wie Kaffee
Kaum ein Getränk ist so beliebt wie Kaffee

Auch die Konkurrenz folgt zum Teil dem Trend zur Nachhaltigkeit, geht mit diesem aber anders um. Die Berliner Nero Commerce UG, die ihre Kaffeekapseln auf gourmesso.de anbietet, investiert beispielsweise in die Entwicklung einer biologisch abbaubaren Kapsel. Laut Unternehmensangaben steht diese kurz vor der Markteinführung, die Umstellung auf die umweltfreundlichen Verpackungen soll noch in diesem Jahr erfolgen. Dies wäre ein deutlicher USP auf dem Kaffeekapselmarkt für das noch recht junge Unternehmen aus Berlin (Gründung 2013).

Neben den Müllbergen sind die teilweise menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf den Plantagen ein bitterer Beigeschmack, der aber den kompletten Kaffeekonsum betrifft, nicht nur die Kapsel-Variante. Um Kaffee in Europa günstig anbieten zu können, werden Arbeiter oft ausgebeutet oder die Ernte wird durch Kinderarbeit erledigt. Die Ausweitung der Plantagen führt zum Beispiel in Uganda zur Vertreibung von Kleinbauern. Verbraucher sollten daher beim Kauf von Kaffee auf die Fairtrade-Zertifizierung achten. Diese steht für menschwürdige, faire Lebens- und Arbeitsbedingungen auf den Plantagen.

Kaffee genießen mit gutem Gefühl

Unter den Kaffeekapsel-Anbieter sind einige, die bereits die Fairtrade-Zertifizierung erworben haben, darunter zum Beispiel auch die Nero Commerce UG mit ihrer Marke Gourmesso. Das Unternehmen achtet darauf, dass die Plantagen, von denen es seinen Kaffee bezieht, nachhaltig wirtschaften und gute Arbeitsbedingungen bieten. Durch die Zertifizierung kann nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch der Verbraucher nachvollziehen, wo und vor allem wie der Kaffee angebaut und geerntet wird.

Der Trend zu Nachhaltigkeit und Fairtrade bei den Kaffeekapseln macht das Angebot für den Verbraucher wieder unterscheidbarer. Es lohnt sich, genau hinzusehen – nicht nur aufgrund des Geschmacks, sondern vor allem wegen unserer Umwelt und Mitmenschen.