Ein in Ungarn entwickeltes Präparat, das FitoWool-Wollpellets, könnte den Pflanzenanbau unterstützen und dank seiner vorteilhaften Eigenschaften auch international ein weit verbreitetes Produkt werden – sagte der ehemalige Staatspräsident János Áder in der am Montag erschienenen Folge seines Podcasts „Kék bolygó“ (Blauer Planet), die auch auf der beliebtesten Videoplattform zu sehen ist – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.
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János Áder, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Kék Bolygó“ für Klimaschutz, sprach in der Sendung mit der Pflanzenärztin und Bodenbewirtschaftungsingenieurin Andrea Veres. Die Forscherin für nachhaltige Pflanzenanbausysteme erklärte als Mitbegründerin der Agrologica Kft., die Wollpellets entwickelt und herstellt: Tierhalter können die Wolle nicht verwerten, obwohl sich daraus als Rohstoff mit vorteilhaften Eigenschaften ein nützliches Produkt herstellen lässt. Unter den positiven Auswirkungen hob sie hervor, dass Wolle ein stabiles Proteinkonzentrat ist, aus dem Nährstoffe auf mikrobiologischem Wege freigesetzt werden, was die physiologischen Prozesse der Pflanzen unterstützt und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern und Schädlingen fördert. In Dürreperioden ist es besonders wertvoll, dass es Wasser gut bindet und durch seine langsame Zersetzung eine gleichmäßige Nährstoffversorgung gewährleistet. Bei der Anwendung ist eine schrittweise Vorgehensweise sehr wichtig, da sowohl Kunstdünger als auch organischer Dünger schädlich sein können, wenn sie die Pflanzen plötzlich überdüngen und die Mikroorganismen im Boden schädigen. Ein weiterer Vorteil der Wollpellets sei, dass Krankheitserreger sie nicht abbauen können, nützliche Pilze hingegen schon, fügte sie hinzu.
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János Áder wies darauf hin, dass das Produkt den Wasserhaushalt sandiger Böden verbessern und sogar bei der Aufforstung helfen könne, heute jedoch noch teurer sei als viele andere Bodenregeneratoren. Andrea Veres sagte, dass es preislich nicht mit anderen Düngerpellets vergleichbar sei, unter anderem weil es nicht aus der industriellen Tierhaltung stamme und somit keine Antibiotika oder Hormone enthalte, was für die Mikroorganismen wichtig sei, die die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen stärken. Sie fügte hinzu, dass sich die Produktionskosten bei einer größeren Produktionsmenge nach ihren Berechnungen senken ließen, man aber im Rahmen von Unternehmenskooperationen auch nach anderen Verwendungsmöglichkeiten suche. Der ehemalige Staatschef ist zuversichtlich, dass Wolle wieder zu einem gefragten Rohstoff wird, wie es jahrhundertelang in ganz Europa der Fall war. Er hofft zudem, dass die Experimente der ungarischen Forscher zu Ergebnissen führen und die Nutzung von Wolle mit geringeren Kosten in immer größerem Umfang gefördert werden kann.
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