Ungarn steht wegen des weiteren Absinkens des Donau-Wasserstands vor einer außergewöhnlichen Energiesituation. Außerdem haben Hitzewelle und Dürre den Wasserverbrauch in die Höhe getrieben, wodurch die Betriebsbedingungen der Wasserversorger angespannt sind.
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Im Zusammenhang mit der Abschaltung des vorletzten Reaktorblocks im Kernkraftwerk Paks hat die ungarische Regierung ab Anfang August 2026 mehrere Sparmaßnahmen angeordnet. So wurde der Güterverkehr auf der Schiene in der kritischsten Zeit zwischen 17 und 22 Uhr eingestellt, für die staatliche Verwaltung wird – wo dies möglich ist – an den ersten drei Tagen der Woche Homeoffice angeordnet und private Unternehmen werden gebeten, ebenfalls Homeoffice zu ermöglichen und den Energieverbrauch in Büros zu minimieren. Zudem wurden dekorative Beleuchtungen sowie alle nicht notwendigen Beleuchtungsanlagen staatlicher Einrichtungen abgeschaltet und von allen ungarischen Gemeinden werden Energiesparmaßnahmen auf höchstem Niveau erwartet.
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Seit 1. August gilt – angeordnet vom Ministerium für Ländliche Entwicklung und Kommunalentwicklung und begründet mit den aktuellen hydrometeorologischen Prognosen, dem Betriebszustand der Wasserversorgungssysteme und dem Ziel, die Versorgungssicherheit langfristig zu sichern – eine landesweite Wasserbeschränkung der Stufe I. Das bedeutet ein Verbot für das Bewässern von Parks, Gärten und Rasenflächen mit Schlauch über die Trinkwasserversorgung und es ist strikt untersagt, private Gartenpools mit Leitungswasser zu befüllen.
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In knapp 50 Gemeinden gilt bereits die Stufe II mit schärferen Auflagen. Die Stufe III wurde in 14 Gemeinden verordnet, das bedeutet praktisch, dass jede nicht lebensnotwendige Wassernutzung eingeschränkt werden muss. Stufe III ist die strengste Beschränkungsstufe für Haushalte und wird eingeführt, wenn die kontinuierliche Trinkwasserversorgung gefährdet sein könnte. Ministerpräsident Péter Magyar betonte in einem FB-Post, dass es keine verpflichtende Beschränkung des Haushaltsverbrauchs geben werde. Die Maßnahmen zielen also in erster Linie auf nicht-essenzielle Nutzungen wie Gartenbewässerung und Pool-Befüllung ab, nicht auf den täglichen Trinkwasserbedarf der Bevölkerung.
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In der Region Balaton gelten die landesweiten Vorgaben – Stoßzeit-Sparen für alle Kommunen und Einwohner von 17-22 Uhr, Homeoffice-Empfehlungen, Reduzierung von Beleuchtung/Klimatisierung bei Großverbrauchern und Kommunen. Es wurden darüber hinaus zahlreiche freiwillige Maßnahmen in Bezug auf Strom- und Wasserverbrauch eingeführt. In der Balaton Schwimmhalle in Balatonfűzfő werden beispielsweise zwischen 17-22 Uhr die Lüftungsanlagen abgeschaltet, die nötige Belüftung erfolgt teilweise über natürliche Durchlüftung. In dieser Zeit sind auch die Saunas außer Betrieb.
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In Siófok hat die Stadtführung wegen der außergewöhnlichen Hitze strikte Einschränkungen erlassen, um die Sicherheit der Wasser- und Stromversorgung während der Spitzenlastzeiten zu gewährleisten. Konkret bedeutet dies, dass im Rathaus und bei städtischen Unternehmen Homeoffice eingeführt wurde. In ungenutzten Amtsräumen wurden die Klimaanlagen abgeschaltet. Im Krankenhaus wird das gasbetriebene Kühlsystem genutzt, das das Stromnetz nicht belastet. In Csopak wurde die dekorative Beleuchtung reduziert, die Bewässerung eingeschränkt und Elektrofahrzeuge werden während der Spitzenzeiten nicht geladen. Auch Restaurants haben reagiert, so erwartet das Csopaki Resti, eines der bekanntesten und beliebtesten Lokale am Balaton, seine Gäste abends bei Kerzenschein. Die Besitzer gaben auf Social-Media bekannt, dass sie damit ihren Beitrag zu den Sparmaßnahmen leisten möchten.
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In Kaposvár kündigte der Bürgermeister den Bau zweier neuer Brunnen an, um die Sicherheit der Wasserversorgung der Komitatsstadt zu erhöhen. Aktuell sichern 60 Brunnen mit einer Förderkapazität von 14.000 m³ täglich die Versorgung, wobei der Verbrauch an durchschnittlichen Tagen bei 11.000 m³ und in Hitzeperioden bei 13.000 m³ liegt. Die beiden neuen Brunnen sollen die Kapazität bis Jahresende um 1000-1300 m³ erhöhen. Er betonte, es gebe zwar genug Wasser, aber man müsse vorausschauend handeln.
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