UTOPIA lebt – Fasching im Rheingau

Unglaublich aber wahr: um Wikingerschiffe, Monsterburgen, brasilianische Tänzerinnen oder gar den historischen Schaufelrad Dampfer „Goethe“ aus nächster Nähe zu erleben, musste man weder in ferne Länder reisen noch an einem Bootsanleger einchecken, dafür aber möglichst rechtzeitig an einer der vielen Straßenseiten postiert sein, denn auch in diesem Jahr haben die zahlreichen Narren und Narrhalesen entlang des schönen Rheins, aber auch inmitten des gesamten Bundesgebietes keine Mühen und Kosten gescheut, Fantasie und Gedankenreichtum in Form bunt dekorierter Kuriositäten, Motivwagen und zahlreichen Fußgruppen im Rahmen regionaler Faschingsumzüge einem gutgelaunten Publikum zu präsentieren.

Und dies mit Pauken und Trompeten: die Musik der vorbeirollenden Wagen war bis in die Nachbarorte zu hören, Schunkellieder zum Hören und Fühlen! Die hübsch anzusehenden Garden und Musikkapellen taten ihr eigenes hinzu, die Stimmung war fantastisch und hätte besser nicht sein können!

Dieses Jahr hat es Petrus wohl gut gemeint mit der sogenannten „Fünften Jahreszeit“, das Wetter war in den allermeisten Orten trocken bis heiter – feucht wurden nur die vielen durstigen Kehlen, die aus den vorbeiziehenden Wagen und Fußgruppen mit den berühmten Rheingauer Rieslingweinen versorgt wurden! Die waren wiedermal von solch köstlicher Qualität, dass einige der so beschenkten Passanten ‚ihrem‘ Ausschankwagen nicht von der Seite wichen und bis zum Ende des Umzuges begleiteten.

Live dabei war diesmal auch der 1. Vorsitzende des IDV -Internationaler Deutschsprachiger Verein Bezirk Bacs-Kiskun mit Sitz in Kiskunmajsa in Ungarn – dem sich heuer die Gelegenheit bot, als Aktiver des größten Karnevalsvereins im Rheingau, dem CVW Carneval Verein „Narhalla“ Winkel 1924 e.V. mitzuwirken. Der Verein feiert dieses Jahr sein 90 jähriges Bestehen, und da in Oesrrich-Winkel nach alter Tradition nur alle 5 Jahre ein Umzug stattfindet, gab es quasi zwei Gründe zu feiern. Insgesamt bejubelten Tausende Besucher am sonnigen Faschingssonntag den wunderschönen Faschingsumzug mit über 90 Zugnummern und 1500 Teilnehmern, die sich an Originalität, buntem Frohsinn und Ausgelassenheit übertrumpften. Wegen der Vielzahl der Umzüge, die allein im Rheingau zeitgleich stattfanden, fiel die Entscheidung schwer, welcher Ortschaft man den Zuschlag erteilt. Es wurden in allen Nachbargemeinden Rekorde erzielt, so beispielsweise in dem ältesten gotischen Weindorf Kiedrich, das als Rheingauer Faschingshochburg über 30.000 Besucher zählte und somit zu einer einzigen Partyzone wurde. In Fulda gaben sich über 50.000 und in Frankfurt am Main gar 500.000 Narren und Narrhalesen die Ehre, adäquat die Situation in den närrischen Hochburgen Düsseldorf, Köln und Mainz.

Fotos vom Fasching

Eigentlich schade, dass die Faschingszeit nach so kurzer Zeit schon wieder zu Ende ist. Doch muss ich Eines sagen: wer die fünfte Jahreszeit im Rheingau feiert, benötigt die anderen vier, um bis zum nächsten Mal wieder fit zu sein!

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Michael Schlieter