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Zur Ernte aus gutem, gesundem Boden gehört auch der haushälterische Wasserschutz

Jahrhundertelang schon wirkt der Mensch auf Böden ein, er verändert den Nährstoffgehalt und die Durchwurzelung oder reguliert den Wasserhaushalt. Bodenschutz ist vor allem Schutz der Bodenfunktionen, Boden als Lebensraum, Filter und Puffer, sowie Mittel beim Ab- und Umbau von Stoffen im Naturhaushalt. Und: Bodenschutz ist immer auch Abwägung der verschiedenen Interessen zwischen Nutzung und Schutz, im besten Falle zugunsten des Letzteren.



Viele wertvolle Gartenhilfe-Tipps, Anbau- und Pflege-Ratschläge für Rasen, Zierpflanzen, Blumenbeete und Gemüsegarten machen den Alltag von Kleingartenbesitzern zur Freude. Wenig wird jedoch im Allgemeinen darauf geachtet, dass grundsätzlich mitbestimmend für die Qualität jeder Pflanze und somit auch des Gartens ist, wie wir mit dem Boden um unser Haus herum umgehen, was wir ihm an Belastung, nicht fachgerecht gereinigtes Schmutzwasser und an (Schad-)Stoffen zukommen lassen. Kaum anfechtbar ist, dass alle Formen von Bauschutt, Schadstoffe oder auch Elektrogeräte nichts im Garten oder in der Umgebung des Hauses zu suchen haben und gerade beim Kauf einer Immobilie gibt es da oftmals viel zu tun. Die den Boden und damit auch potenziell das Grundwasser belastenden Stoffe und Materialien müssen fachgerecht entsorgt werden.

Auch wenn es mühsam ist, sollten z.B. Asbest belasteter Schindel und andere gefährliche Materialien nicht im Garten bleiben, und auch nicht „wild“ entsorgt werden. Man weiß nie, wo diese Stoffe landen, wenn man sie nicht unter eventuellem finanziellem Mehraufwand und durch einen vertrauenswürdigen Fachmann fachgerecht entsorgen lässt. Also kein hauseigenes Recycling durch den Bau eines Daches aus Asbestzement-Wellplatten für den Hühnerstall oder andere Kleinbauten, denn die Schadstoffe können nicht nur bei der Bautätigkeit selbst schädlich sein, sondern mit der Zeit auch in den eigenen Boden gelangen.

Beim eigenen Kleingarten gilt grundsätzlich die Faustegel „weniger ist mehr“. Kompost machen und verwenden und weniger Gülle applizieren ist ratsam und man kann auch getrost auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten, da man in kleineren Mengen anbaut und täglich ein Auge auf eventuellen Schädlingsbefall haben kann. Auch hier gilt, was man auf oder um die Pflanzen anbringt, gelangt durch Regen in den Boden oder belastet die Abwasserreinigung spätestens, wenn man die Produkte wäscht.

Ist es also wahr, dass wenn wir das Wasser, das wir täglich brauchen schützen und gut reinigen, wir gleichzeitig dem Boden in unserer unmittelbaren Umgebung Sorge tragen? Die Antwort ist ein klares Ja: Boden- und Wasserschutz gehören vor allem bei Eigenheimen, aber auch kollektiv gesehen nah zusammen. Gesunder Boden kann mehr Reinigungsfunktionen übernehmen, auch für das Wasser, dass zum Grundwasser wird, gleichzeitig hilft reines oder fachgerecht gereinigtes Wasser bei der bestmöglichen Nutzung des Bodens. Darauf sollten wir alle im Interesse unseres Wohlbefindens vermehrt achten.

Barbara Sallee-Kereszturi, Humanökologin
Kontakt: mail@barke.hu

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