Silvester in Ungarn

Die landesweiten Silvesterpartys waren in der Regel von guter Laune und viel Spaß geprägt. Polizei und Rettung aber hatten alle Hände voll zu tun und am 1. Januar 2018 folgte den ausgelassenen Partys das große Aufräumen.



„Landesweit gingen zu Silvester 2017 mehr als dreitausend Notrufe beim Rettungsdienst ein, mehr als tausend allein in Budapest“, sagte der Kommunikationsdirektor des Országos Mentőszolgálat (OMSZ), Pál Győrfi, am Montag der Nachrichtenagentur MTI.

Landesweit wurden 3189, in Budapest 1107 Kranke und Verletzte allein an diesem Tag versorgt. In der Hauptstadt und in den größeren Städten des Landes gingen die meisten Notrufe zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens ein. Ein schnelles Durchkommen der Rettungswagen war in dieser Zeitspanne meist sehr schwierig.

Landesweit gab es zahlreiche Unfälle infolge von unsachgemäßer Verwendung von Pyrotechnik. Die Personen zogen sich Verletzungen an Händen, Augen und Gesicht zu. Die Rettungswagen rückten auch zu Verkehrsunfällen, zu Verletzten infolge von Schlägereien, sowie zu Fällen mit schweren Magenverstimmungen und Kohlenmonoxyd-Vergiftungen aus. Über dreihundert Personen mussten mit Alkoholvergiftung oder wegen Problemen nach der Einnahme von Drogen ins Krankenhaus eingeliefert werden, mehr als 15% dieser Patienten war minderjährig, sagte Pál Győrfi.

Der Rettungsdienst und die großen Krankenhäuser hatten sich gut auf die Silvesternacht vorbereitet, so dass einerseits mit zusätzlichen Rettungswagen gefahren wurde und in den Krankenhäusern der Notdienst verstärkt worden war. Pál Golopencza, der diensthabende leitende Oberarzt des OMSZ, sagte im staatlichen Fernsehen, dass es im Komitat Somogy zu einem Angriff auf die Sanitäter gekommen war: der Notdienst war zu einem Kind mit Epilepsie gerufen worden und wurde aus bisher nicht geklärten Gründen von einigen Erwachsenen tätlich angegriffen. Das Kind konnte letztlich nur unter Polizeischutz ins Krankenhaus von Kaposvár eingeliefert werden.

Der Katastrophenschutzdienst und die Feuerwehr rückten landesweit zu 157 Vorfällen und vierzehn kleineren Bränden während der Feuerwerke aus, sagte der Sprecher des OKF, Dániel Mukics. „In Decs brannte beispielsweise infolge des Einschlags von Pyrotechnik eine Garage, in Budapest ein Balkon, anderswo Häuser und trockene Büsche.“ Bei einem Feuer in einem Wohnzimmer in Fegyvernek entdeckten die Feuerwehrleute auch eine tote Person.

Nach der Silvesternacht mit dem riesigen Feuerwerk begann in Budapest das große Aufräumen: insgesamt wurden 150 Kubikmeter Müll von den Veranstaltungsplätzen unter anderem am Vörösmarty tér, Hősök ter, auf den Ringstraßen, sowie am Boráros tér, Blaha Lujza tér, Nyugati tér, Kálvin tér, Deák tér und den zahlreichen Fußgängerunterführungen ab 6 Uhr morgens bis in die Nachmittagstunden geräumt, sagte der Sprecher der Stadtwerke FKF. Die Räumarbeiten wurden von 300 Mitarbeitern und 30 Fahrzeugen durchgeführt.

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