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Ungarns Sozialisten nur noch bei zehn Prozent

Nach dem Rücktritt von Ferenc Gyurcsány als Ministerpräsident und Parteichef hat sich noch mehr Wählerschaft von den Sozialisten zurückgezogen. Nur noch zehn Prozent der Ungarn würden für die Sozialisten abstimmen, ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Progresszív Intézet, deren Ergebnisse am Sonntag veröffentlicht wurden. Das ist der schlechteste Wert, der für die USP jemals gemessen wurde.

Wenn jetzt Wahlen gewesen wären, hätten der Umfrage zufolge 62 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen. Die tatsächliche Wahlbeteiligung wäre jedoch nach Aussage des Instituts wahrscheinlich noch geringer gewesen. Es wäre ein Parlament gewählt worden, in dem nur noch die jetzige stärkste Oppositionspartei Fidesz und die Sozialisten vertreten wären. Bislang gehören dem Parlament vier Parteien an. In die Umfrage waren 2500 Menschen einbezogen.

Ermittlungen gegen Polizisten abgeschlossen

Nach einem tödlichen Verkehrsunfall nahe der Grenze zu Österreich sind jetzt die polizeilichen Ermittlungen in Ungarn abgeschlossen. Ein Polizist aus dem Burgenland ist in dem Fall der Fahrerflucht verdächtig, meldet die Nachrichtenagentur MTI am Samstag unter Berufung auf die österreichische Zeitung „Kurier“. Der Staatsanwaltschaft wird vorgeschlagen, gegen den Beamten Anklage zu erheben. Eine Polizeisprecherin soll zusätzlich erklärt haben, dass nach Meinung von Sachverständigen der 34-jährige Polizist nicht rechtzeitig bremsen konnte, weil das Opfer des Unfalls, ein 19-jähriger Ungar aus Nagycenk betrunken auf der Straßenmitte lief und zudem dunkle Kleidung trug.

Der Polizist aus dem Nachbarland hatte im Juli vorigen Jahres auf der Fernstraße 85 zwischen Fertőd und Nagycenk den 19-Jährigen überfahren. Danach flüchtete er vom Unfallort, meldete sich aber am nächsten Tag bei der Polizei in Österreich. Dort wurde bei ihm Alkohol im Blut festgestellt. Der Fahrer behauptete, erst nach dem Unfall getrunken zu haben. Gegen ihn läuft nach Angaben des „Kuriers“ auch im eigenen Land ein Verfahren.

Schifffahrts-Saison in Budapest begonnen

Leinen los! – hieß es am Samstag wieder in Budapest. Der Verkehrsbetrieb der Hauptstadt eröffnete die Schiffahrts-Saison auf der Donau zwischen dem Boráros-Platz an der Petőfi-Brücke und dem Pünkösd-Bad ganz im Norden von Budapest. Bis zum 1. Mai verkehren die Passagierschiffe zunächst an Wochenenden, danach stehen sie täglich zur Verfügung. Touristen finden sehr großen Gefallen an einer Fahrt auf der Donau, die zu beiden Seiten immer wieder herrliche Ausblicke auf die Hauptstadt bietet.

Wirtschaftsforscher: Euro bis 2013 in Ungarn

Der Euro werde bestenfalls in zwei Jahren, genauer zwischen 2011 und 2013 in Ungarn Zahlungsmittel sein, sagte der Chef der Wirtschaftsforschungs AG GKI, András Vértes, am Donnerstag in Győr. Auf einem Forum zum Thema „Es gibt einen Ausweg aus der Krise“, sagte Vértes mit zufolge, der Euro werde 2011 nur dann Zahlungsmittel in Ungarn sein, wenn Brüssel dafür die nötige Flexibilität zeige. Eine einseitige Einführung des Euros ohne einen Beitritt zur Eurozone hält der GKI-Präsident jedoch für unmöglich. Als Ungarn der EU beitrat, habe es sich verpflichtet, auch Mitglied der Euro-Zone zu werden und zugesagt, dass es die Mitgliedschaft abstimmt.

Wichtig sei die Wahrung der finanziellen Stabilität des Landes und des Banksystems, sagte Vértes. Damit zusammen müsse das Krisenmanegement erfolgen und der Rückgang der Beschäftigung gemindert werden. Dafür wiederum sei ein schnelles und glaubwürdiges Euro-Beitrittsprogramm sowie ein schnellstmöglicher Eintritt in den als Euro-Vorzimmer bezeichneten Wechselkursmechanismus nötig.