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Drogenhandel als Familienunternehmen

Eine Bande von Drogendealern ist der Polizei in Ungarn ins Netz gegangen. Der „Vertrieb“ des Rauschgiftes erfolgte im Rahmen eines „Familienunternehmens“, berichtet die Polizei am Donnerstag. Bei Ermittlungen wegen Drogenmissbrauchs gegen einen einen 44-jährigen Mann aus Székesfehérvár stellte sich heraus, dass dessen Frau, Schwägerin, Schwager und Schwiegermutter sich als Dealer betätigen. Schon am Dienstag schlug die Polizei in den frühen Morgenstunden zu, nahmen insgesamt elf Händler und Konsumenten fest. An zehn Stellen gleichzeitig kamen sie mit ihren speziell ausgebildeten Hunden zu Hausdurchsuchungen.

Das „Familienunternehmen“ hatte länger als ein Jahr erfolgreich funktioniert. Zuletzt übernahm die Familie 1000 Ecstasy-Tabletten von ihrem Lieferanten, die sie dann verkaufte. Am Donnerstag wurden drei Familienmitglieder vor dem Stadtgericht Székesfehérvár vernommen. Gegen zwei Familienmitglieder und den Lieferer stellte der Richter Haftbefehle aus.

Ungarns Außenhandel bricht weiter ein

Der steile Abwärtstrend des ungarischen Außenhandels hat sich vor dem Hintergrund der weltweiten Krise auch im Februar fortgesetzt. Nach einer ersten Schätzung des Zentralen Statistischen Amtes brachen im Februar in Euro gerechnet die Ausfuhr um 30, die Einfuhr um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Dabei zeigte die Außenhandelsbilanz ein Aktiv von 84 Milliarden Forint (279 Millionen Euro), was einer Verbesserung der Bilanz um 39 Millliarden Forint (118 Millionen Euro) entspricht. Ungarn wickelte im Februar 79 Prozent seiner Einfuhr und 69 Prozent der Ausfuhr mit den EU-Staaten ab.

Im Zeitraum Januar-Februar dieses Jahres machte vorläufigen Angaben zufolge der Wert der Exporte 2500 Milliarden Forint (8672 Euro), der der Importe 2463 Milliarden Forint aus (8587 Millionen Euro) aus. Der Euro-Wert der Ausfuhren sank um 30, der der Einfuhren um 31 Prozent. Die Außenhandelsbilanz Ungarns zeigte ein Aktiv von 37 Milliarden Forint (85 Millionen Euro), was zugleich eine Verbesserung um 15 Milliarden Forint (17 Millionen Euro) gegenüber dem Aktiv von 22 Milliarden Forint (68 Millionen Euro) von Januar-Februar des Vorjahres bedeutet.

Erneut Anschlag auf Roma in Ungarn

Die Kette von Angriffen auf Roma in Ungarn reißt nicht ab. Am frühen Dienstagmorgen zündeten Brandstifter in der Ortschaft Tatárszentgyörgy, die kürzlich durch den Mord an einem Vater und seinem kleinen Jungen auch im Ausland bekannt geworden war, das Haus einer Roma-Politikerin an. Die Polizei fand Spuren von Brandbeschleunigern, meldete die Nachrichtenagentur MTI.

Eigentümerin des Hauses ist Lídia Horváth, Sprecherin der Minderheiten-Selbstverwaltung der Roma von Tatászentgyörgy. Im Haus befand sich bei Ausbruch des Feuers niemand, da Horváth allein dort lebt, sich aber zu diesem Zeitpunkt auf Streife befand. Den Streifendienst hatten die Roma des Ortes nach dem Doppelmord organisiert. Seither leben die Bewohner des Roma-Viertels von Tatárszentgyörgy in ständiger Angst, sagte Lídia Horváth. Zwei Räume in ihrem Haus brannten vollständig aus.

In der Nacht zum 23. Februar hatten bislang unbekannte Täter einen fünfjährigen Jungen und dessen 27-jährigen Vater mit einer Schrotflinte erschossen, als sie aus ihrem brennenden Haus flüchteten. Das Haus war von den Tätern vermutlich mit Molotow-Cocktails in Brand gesteckt worden.

Nachtclub nahm Ausländer als Geiseln

Im Milady Night Club in Budapest sind nach einem Bericht des Internetportals index.hu zwei Mitglieder des Internationalen Fußballverbandes (FIFA) als Geiseln genommen worden, weil sie die ihrer Ansicht nach überhöhte Rechnung von einer halben Million Forint (etwa 1700 Euro) nicht bezahlen wollten. Drei Männer ließen die Ausländer in der Nacht zum Sonntag so lange nicht gehen, bis sie ihre „Rechnungen“ beglichen hatten. Sie begleiteten ihre Gefangenen einzeln zu einem Bankautomaten und bekamen so mehr als 400 000 Forint. Die Polizei leitete inzwischen gegen die mutmaßlichen Täter ein Verfahren wegen Menschenraubs ein. Es wurden Haftbefehle beantragt.

Der Chef der Polizei-Abteilung für organisierte Kriminalität, Oberstleutnant Imre Gulyás sagte gegenüber Index, dass die beiden Gäste des Nachtklubs nur zwei Erfrischungsgetränke bestellt hatten, an ihrem Tisch jedoch zwei Frauen des Klubs Platz genommen hatten, deren Bestellung sie ebenfalls begleichen sollten. Die Männer wurden zwischen 23.00 und 4.00 Uhr gefangen gehalten.

Der Milady Night Club am Szent István Ring 13 steht auf der Schwarzen Liste der Budapester Vergnügungsstätten. Mehrere Internetforen haben Ausländer schon darauf hingewiesen, dass unter anderem diese Adresse gemieden werden sollte.