Staatsanwalt gibt Vergewaltigungsvorwurf gegen fünf Polizisten auf

Monatelang hatte der Fall die Öffentlichkeit in Ungarn beschäftigt. Seit Montag stehen fünf beschuldigte Budapester Polizisten nicht mehr unter dem Verdacht der Vergewaltigung und der Korruption. Die Staatsanwaltschaft stellte in beiden Richtungen die Ermittlungen ein, berichten ungarische Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur MTI. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, innerhalb von acht Tagen ist noch Beschwerde möglich.

Nach Angaben der angeblich Geschädigten hatten sie am 4. Mai dieses Jahres in Budapest fünf Polizisten angehalten und ihren Ausweis kontrolliert. Danach sei sie in eine dunkle Gasse geführt worden, wo sie zwei der Polizisten in Gegenwart der anderen drei vergewaltigt hätten. Die Staatsanwaltschaft ermittelte daraufhin wegen des Verdachts der Vergewaltigung und der Korruption.

Während die Staatsanwaltschaft diese Vorwürfe aufgab, besteht die Anklage der Budapester Militäranwaltschaft vom 12. September weiter. Sie wirft zwei der Polilzisten Pflichtverletzung im Dienst, dreien Amtsmissbrauch vor. Begründet werden diese Vorwürfe damit, dass alle fünf ihren Postenbereich ohne Genehmigung verlassen hatten. Amtsmissbrauch sei damit begründet, dass die betroffenen drei Polizisten zwar feststellten, dass die kontrollierte Person weder Personal- noch Fahrzeugdokumente bei sich hatte, dies jedoch nicht gemeldet wurde.

Schengen: Umbau am Grenzübergangs Hegyeshalom begonnen

Schengen wirft auch in Ungarn seine Schatten voraus: Am Montag begannen am ungarisch-österreichischen Grenzübergang Umbauarbeiten, damit künftig die Fahrt nicht mehr unterbrochen werden muss. Mit dem 21. Dezember gehört auch Ungarn dem Schengen-Abkommen an, die Kontrollen an den Innengrenzen der EU fallen weg.

Bei den gegenwärtigen Umgestaltungen werden die österreichische und die ungarische Autobahn miteinander verbunden, teilte die Grenzbehörde mit. Der Verkehr wird zunächst mit Hilfe von Leitelementen aus Beton in beiden Richtungen geführt. Die Kontroll-Häuschen bleiben jedoch vorläufig stehen, weil in Ausnehmefällen wie der Fußball-Europameisterschaft oder dem Formel-1-Rennen in Ungarn vorübergehende Grenzkontrollen ermöglicht werden müssen.

Am 20. Dezember um Mitternacht soll bei Hegyeshalom (Nordwestungarn) werden Ungarns Ministerpräsident und mehrere Minister symbolisch den Schlagbaum an der Grenze entfernen.

Tod bei Treibjagd in Ungarn: Ursache vermutlich Regelverstöße

Regelwidrigkeiten könnten den Tod eines deutschen Jägers bei einer Jagd Ende November in Ungarn herbeigeführt haben. Das geht am Montag aus ungarischen Medienberichten unter Berufung auf die Nachrichtenagentur MTI über bisherige Ergebnisse der Untersuchung hervor, die in Kürze abgeschlossen werden soll.

In dem nahe Nagykanizsa gelegenen Bocska war am 24. November ein 67-jähriger deutscher Gastjäger auf dem Hochsitz von einem tödlichen Schuss getroffen worden. Die Polizei leitete ein Verfahren gegen unbekannt wegen fahrlässiger Gefährdung mit Todesfolge ein.

Der Vertreter der jagdlichen Aufsichtsbehörde im Komitat Zala, Lajos Süle, erklärte, sein Amt habe Fehler bei der Organisation der Jagd gefunden. Als Beispiel erwähnte er, dass nach den Vorschriften erst dann geschossen werden darf, wenn der Jäger das Wild eindeutig identifiziert hat sowie Leben, körperliche Unversehrtheit und Eigentum mit seinem Schuss nicht gefährdet. Außerdem seien in der Nähe des Hochsitzes keine verbotenen Schussrichtungen festgelegt worden. Bei der polizeilichen Untersuchung stehen die Experten-Gutachten zu dem tödlichen Jagdunfall noch aus.

Ungarns Weinproduzent des Jahres kommt aus der Tiefebene

Die höchste Auszeichnung für ungarische Weinproduzenten ist in diesem Jahr an einen Erzeuger aus der Kunság im Komitat Bács-Kiskun gegangen. Die Ungarische Weinakademie entschied sich für János Frittmann (39) aus Soltvadkert. Mit Frittmann stellt die Tiefebene erstmals den Weinproduzenten des Jahres, der den Sieg nach vergeblichen Bewerbungen der vergangenen Jahre nun beim fünften Anlauf schaffte.

Nach der Verkündung des Ergebnisses am Freitag verewigte Frittmann traditionsgemäß seinen Fingerabdruck im Haus der Ungarischen Weine in der Budaer Burg. Neben Frittmann hatten János Konyár und Ottó Légli (Balatonboglár), György Lőrincz (Eger) und Mihály Szöllősi (Ászár-Neszmély) im ersten Wahlgang die meisten Empfehlungen von den Mitgliederen der Weinakademie erhalten.

Das Weinanbaugebiet der ungarischen Tiefebene ist das größte des Landes. Es umfasst die Kiskunság sowie Flächen im Komitat Pest an der Donau und Siedlungen mit Weinproduktion im Komitat Jász-Nagykun-Szolnok. Das sind 96 Kommunen, 68 Weinwirtschaftsräte und 32 800 Trauben- und Weinproduzenten. Sie bearbeiten 25 000 Hektar Wein, von denen sie etwa 200 000 Tonnen im Jahr ernten.

Die Schaffung der Auszeichnung war seinerzeit vom Orden der Sieben Weinrichter mit der Absicht begründet worden, herausragende fachliche Leistungen der ungarischen Weinerzeuger anzuerkennen. Seit 1992 gehört die Verleihung zu den Aufgaben der vier Jahre zuvor gegründeten Weinakademie. Nach seiner Wahl kann der Weinerzeuger des Jahres den Titel ohne zeitliche Beschränkung tragen, jedoch nach Jahresfrist nur mit Nennung des Jahres zusammen.

Dreiste Diebe in Ungarn: 400 Kilo schwerer Bankautomat geklaut

Besonders Dreiste Diebe müssen am frühen Freitagmorgen in Győr am Werk gewesen sein: Aus dem verglasten Vorraum eines Supermarktes ließen sie als Beute einen 400 Kilogramm schweren Bankautomaten mitgehen. Der Schaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf mehrere zehn Millonen Forint (1 € etwa 250 Forint). Die Täter brachten zunächst in den verglasten Eingangsbereich ein, wo sie den Automaten von der Wand rissen und dann mitnahmen. In dem Raum gab es keine Sicherheitskamera, sondern nur einen Bewegungsmelder. Ein Einwohner aus der Umgebung meldete die Tat bei der Polizei, die Ermittlungen gegen unbekannt einleitete.