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Polizist und Zivilist in Ungarn bei Kontrolle erschossen

In der ungarischen Ortschaft Alsoörs (Komitat Veszprém) sind in der Nacht zum Mittwoch ein 29-jähriger Polizist und ein 21-jähriger Student erschossen sowie ein 25-jähriger Mann verletzt worden. Die tödlichen Schüsse waren nicht aus dem kontrollierten Wagen abgegeben worden.

Der mutmaßliche Täter wurde später nur wenige Kilometer vom Tatort neben dem Fluchtauto tot aufgefunden, er hatte sich offenbar selbst gerichtet, geht aus Medienberichten hervor. In dem Wagen mit ausländischem Kennzeichen, befanden sich Schusswaffen und Munition. Die Ermittlungen übernahm die Zentrale Ermittlungs-Hauptstaatsanwaltschaft.

Erst vor zwei Wochen war in Budapest ein Polizist von einem Autofahrer getötet worden, den eine Streife nach einer Verfolgungsjagd gestellt hatte. Der Mann legte den Rückwärtsgang ein und überfuhr den Polizisten. Er wurde nach kurzer Flucht in einer Nebenstraße gestellt.

Immer mehr Firmenpleiten in Ungarn

Die Krise fordert in Ungarn weitere zahlreiche Opfer. In bislang nicht gekanntem Ausmaß seien im Juli Unternehmen auf Initiative der Gläubiger in den Konkurs gegangen, berichtet der Firmen-Informationsdienstleister Opten am Dienstag. Opten registrierte 1712 Fälle und damit 29 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit wurde auch ddie durchschnittliche Steigerung der Pleiten von 15 Prozent im ersten Halbjahr 2010 beträchtlich übertroffen.

„Nach der Firmenstatistik muss die ungarische Wirtschaft noch auf die von vielen vorausgesagte Wende warten“, erklärte Hajnalka Csorbau, Strategie-Direktorin von Opten. Zugleich machte sie darauf aufmerksam, dass die Schwankungen während der Sommermonate sehr bedeutend sind, was mit saisonalen Gründen – so mit der Arbeitsordnung der Gerichte – zu erklären sei.

Wie der Dienstleister weiter mitteilt, schlossen in 1435 Fällen die Eigentümer auf eigenen Entschluss ihre Unternehmen, was ebenfalls einen Rekord darstellt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Steigerung um 11 Prozent und damit 2 Prozent über dem Halbjahres-Durchschnitt.

Wohnungsbau in Ungarn dramatisch geschrumpft

Der Wohnungsbau in Ungarn ist im ersten Halbjahr 2009 dramatisch eingebrochen. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden 9000 Wohnungen übergeben und für 10 000 Baugenehmigungen erteilt. Das bedeutet einen Rückgang um 34 und 41 Prozent zum Vergleichszeitraum, meldet das Zentrale Statistische Amt in Budapest. Die Zahl der abgeschlossenen Wohnungsbauten sank in zwei Regionen annähernd auf die Hälfte, in weiteren drei auf zwei Drittel. Noch mehr ging die Absicht zu bauen zurück. Die Zahl neuer Baugenehmigungen fiel in fünf Regionen auf die Hälfte bis ein Drittel. Nur in der Hauptstadt wurden ebenso viele Baugenehmigungen beantragt wir im Vorjahreszeitraum.

Dabei verzeichnet die Statistik bereits seit dem Jahr 2004 einen Rückgang bei neuen Baugenehmigungen mit unterschiedlicher Intensität. Für den bisherigen Verlauf dieses Jahres ist dabei eine Beschleunigung festzustellen. Zudem wurden in den ersten sechs Monaten 2010 annähernd so viele Wohnungen übernommen wie zu Beginn des Jahrzehnts vor der Belebung der Baukonjunktur. Die Krise ist nach Aussage der Statistiker nicht mehr nur durch wachsende Schwächung der Absicht zu bauen, sondern auch durch die Daten übernommener Wohnungen zu erkennen.