Landesweite Grippe-Epidemie in Ungarn

Die Grippe-Epidemie hat sich in Ungarn landesweit ausgebreitet. Die überwiegende Mehrheit der influenza-artigen Erkrankungen wird dabei vom Virus A verursacht, teilte der Amtsärztliche Dienst des Landes mit.

Allein in der Woche zwischen dem 2. und 8. Februar suchten etwa 0,4 Prozent der Bedvölkerung oder 40 400 Patienten mit Grippe-Symptomen einen Arzt auf. Es wurden 32 Prozent mehr Kranke bei den für den Beobachtungsdienst registrierten Medizinern registriert als in der Woche zuvor. Die meisten Fälle gab es in den Komitaten Pest, Győr-Moson-Sopron, Szabolcs-Szatmár-Bereg und in der Hauptstadt.

In 29 von insgesamt 70 Proben, die zur Untersuchung vorgelegt wurden, konnte das Virus A nachgewiesen werden. Für zahlreiche Krankenhäuser oder Krankenstationen wurden Besuchsverbote ausgesprochen.

Verdächtiger im Mordfall Cozma stellt sich

Der dritte Verdächtige im Aufsehen erregenden Fall der Ermordung des rumänischen Handballers Marian Cozma befindet sich seit der Nacht zum Freitag in Polizeigewahrsam. Nachdem bereits die zwei andere Tatverdächtigen, Sándor Raffael und Győző N., in Österreich gefasst worden waren, erschien der dritte, Iván Sztojka, gegen Mitternacht in Begleitung seines Anwalts und von Familienmitgliedern auf dem Komitatspräsidium der Polizei in Veszprém, teilte die Behörde am Freitag mit.

Sztojka wurde mehrere Stunden lang verhört. Die Kriminalpolizei beantragte Haftbefehl gegen ihn. Unterdessen ließen die österreichischen Behörden die ungarische Polizei wissen, dass die beiden dort festgenommenen Verdächtigen am heutigen Freitag vom Grazer Gericht verhört werden sollen. Sie könnten bei übereinstimmender Aussage der Verdächtigen bereits innerhalb von zehn Tagen an Ungarn ausgeliefert werden. Sollten sie jedoch einem beschleunigten Verfahren nicht zustimmen, könnte die Auslieferung bis zu 70 Tagen dauern.

Allen drei Verdächtigen wird vorgeworfen, an der Ermordung Cozmas in Veszprém beteiligt gewesen zu sein. Der Überfall einer Gruppe von bis zu 30 Leuten auf die feiernde Handballmannschaft in einer Bar des Komitatszentrums, bei der zwei weitere Sportler schwerste Verletzungen erlitten, war von dort installierten Videokameras aufgezeichnet worden.

Der Mordfall hat in ganz Ungarn Trauer, zugleich aber auch rassistische Reaktionen gegen die Minderheit der Roma ausgelöst. Im nationalistischen Blatt „Magyar Hírlap“ fordert Redakteur Zsolt Bayer, der vor knapp einem Jahr durch einen scharf antisemitischen Artikel auch international Aufsehen erregt hatte, hartes Vorgehen gegen die – wie er es nennt – „Zigeuner-Kriminalität“. Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány forderte danach staatliche Stellen auf, „Magyar Hírlap“ nicht mehr zu abonnieren und keine Anzeigen zu schalten. Der Justizminister solle juristische Schritte prüfen.

Mercedes kauft Grundstück in Ungarn

Für die in Kecskemét geplante Fabrik hat Mercedes am Freitag das Grundstück erworben, berichtet die Wirtschaftszeitung „Világgazdaság“ (Weltwirtschaft) auf ihrer Hompage vg.hu. Das künftige Werksgelände ging von der Kommune für knapp 9 Milliarden Forint (nach aktuellem Kurs rund 30 Millionen Euro) an das deutsche Unternehmen. Die Stadt Kecskemét hatte bestehende 170 Parzellen mit Hilfe von Wertpapieren aufgekauft, um sie dann als einheitliches Grundstück an die Daimler AG zu verkaufen. Nach Angaben des Unternehmens sollen Ende dieses Jahres die ersten Beschäftigten eingestellt werden.