Investoren brauchen Planungsicherheit

Für Investitionen bedarf es vor allem des Vertrauens, dass die Rentabilität der Investition langfristig gesichert ist. Solches Vertrauen hatte sich Ungarn schon früh erworben. Zu Beginn der 90-er Jahre war das Land eines der, wenn nicht das beliebteste Ziel westlicher Investoren in den „Transformationsländern“. Es bot günstige Kostenstrukturen, gut qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, ein breit gefächertes Umfeld von Dienstleistern, Zulieferern und F+E-Einrichtungen, und eine investitionsfördernde Wirtschaftspolitik – über einzelne Wahlperioden hinaus.

Seit Mitte der neunziger Jahre konnte Ungarn deshalb relativ konstante Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen verbuchen, im Durchschnitt jährlich gut 3 Mrd. Euro. Während der Finanzkrise ist der Zustrom ist zwar spürbar zurückgegangen, aber nicht abgerissen. Ausländische Direktinvestitionen in Ungarn erreichten 2007 ein Volumen von 3,1 Mrd. Euro (ohne konzerninterne Kreditbewegungen), 2008 waren es sogar 4,5 Mrd., aber auch im Krisenjahr 2009 immerhin noch 2,9 Mrd. Zahlreiche größere, vor allem aber mittelständische ausländische Unternehmen, sehr viele davon aus Deutschland, erweitern ihre Kapazitäten in Ungarn, neue siedeln sich an.

Ein wichtiger und stabilisierender Bestandteil sind dabei seit Jahren die reinvestierten Gewinne bereits ansässiger Unternehmen. Hier spielen deutsche Firmen eine Vorreiterrolle: sie stellen die Hälfte der reinvestierten Gewinne, obwohl sie am Gesamtbestand aller ausländischen Investitionen in Ungarn „nur“ einen Anteil von knapp 30 Prozent haben. Doch auch damit sind deutsche Firmen die mit Abstand aktivsten Investoren im Land. Allein deutsche Firmen haben bis heute rund 17 Milliarden Euro in Ungarn investiert – fast genauso viel wie in China (19 Mrd.). Und deutsche Firmen haben in Ungarn einen guten Ruf. Als verantwortungsvolle Arbeitgeber und engagierte Teilnehmer am gesellschaftlichen Leben, aber natürlich auch als Hersteller technologisch hochwertiger Produkte. Egal ob weltbekannte deutsche Automarken oder Bremssysteme für japanische Hochgeschwindigkeitszüge – in vielen deutschen Exportgütern steckt heute auch viel „Made in Hungary“. Und davon profitieren beide Seiten.

Quelle: D.W., www.duihk.hu

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