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Sitzstreik auf dem Autodach

Die Geldbuße für verkehrswidriges Parken kann István Vörös nicht bezahlen, er startete deshalb eine spektakuläre Aktion.

Die städtischen Parkwächter in Kaposvár hatten seinem falsch abgestellten Fahrzeug die Reifenkralle angelegt, ein Wegfahren war nicht mehr möglich. Das gleichzeitig ausgestellte „Knöllchen“ über 7200 Forint war unter dem Scheibenwischer hinterlegt. Das erboste den eintreffenden Autobesitzer, der seinen Angaben nach nicht in der Lage ist, die Geldbuße zu bezahlen, derart, daß er kurzerhand auf das PKW-Dach stieg, um seinen Protest auszudrücken. Dort will er so lange sitzen, bis die Stadtverwaltung die Verwarnung zurücknimmt und die Wegfahrsperre entfernt.

Vier Kinder hat István Vörös, und seine kranke Frau mußte sich erst kürzlich einer schweren Operation unterziehen. Damit erklärt er seine schlechte finanzielle Situation. Eigentlich sei er jetzt in Eile, weil sein großer Sohn vor verschlossener Haustür stehe und der kleine aus dem Kindergarten abgeholt werden müsse. Außerdem warte die Ehefrau im Krankenhaus auf seinen Besuch.

Inzwischen ist der Abschleppwagen eingetroffen, aber auch das beeindruckt den Demonstranten auf dem Autodach wenig. Weitere Kosten um die 50.000 Forint würden beim Abschleppen für ihn entstehen. Das kommt nicht in Frage. Notfalls will István auch drei Tage oben auf dem Dach ausharren.

Die Verwaltung zeigt sich von ihrer harten Seite. Dániel László, Leiter der öffentlichen Aufsicht in Kaposvár, erklärt laut sonline.hu, daß die Reifenkrallen erst nach Bezahlung der Geldbuße entfernt werden sollen.