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Konservenfabrik wird „rehabilitiert”

Deutscher Investor beabsichtigt die Produktion in Nagyatád weiterzuführen

Nach dem Liquidationsverfahren gelang es jetzt nach mehreren Jahren die Nagyatáder Konservenfabrik zu verkaufen, die Schenk és Társa Kft. verspricht sich etwas von der Weiterführung des alten Profils.

Der Spießrutenlauf der über eine große Vergangenheit verfügenden Nagyatáder Konservenfabrik ist zu Ende, nachdem die Schenk és Társa Kft. dieser Tage die Konservenfabrik kaufte und die Produktion weiterzuführen beabsichtigt. Der Mehrheitseigner der bei Szigetvár gelegenen Gesellschaft ist ein deutscher Konzern, die Linkenheil AG.

In den letzten Jahren hatte die Nagyatáder Konservenfabrik ein bewegtes Schicksal, sie machte eine Privatisierung und dann eine Reprivatisierung durch, während sich die Chancen, bestehen zu bleiben, immer mehr verschlechterten. Eine Ausschreibung zum Verkauf der in das Eigentum der Ungarischen Entwicklungsbank (MFB) gelangten Fabrik wurde in der letzten Legislaturperiode bekannt gegeben und dann für ungültig erklärt. Auf diese Weise scheiterten die örtlichen Bemühungen die Fabrik zu retten, da das Angebot des aus dem Management, den Mitarbeitern, Lieferanten und der kommunalen Selbstverwaltung bestehenden Konsortiums zurückgewiesen wurde. Danach übergab die Bank ohne weitere Ausschreibung die Somogyer Gesellschaft drei früher in ihrer Verwaltung befindlichen Agrarunternehmen. Zum Kauf stellte sie auch einen günstigen Kredit in Höhe von 2,2 Milliarden Forint zur Verfügung. Diesen konnten die neuen Eigentümer nach einer Schonfrist von 2 Jahren nicht tilgen und gaben die Konservenfabrik dem Staat zurück – mit Ausnahme eines 2 Hektars großen Stück Landes – mit einem Bruchteil der einstigen Belegschaft sowie einem Schuldenstand von 2,26 Milliarden Forint. Die unter dem Namen Nagyatádi Zöldség- és Gyümölcsfeldolgozó Konzervgyár Kft. registrierte Gesellschaft ging vor gut zwei Jahren in die Verwaltung der Treuhand über. Ein Jahr lang scheiterte jeder Versuch der Treuhand, die Fabrik mit eingestellter Produktion als Geschäftanteile mit einem erheblichen Schuldenstand zu verkaufen. Einer der Gläubiger verlor die Geduld und leitete ein Liquidationsverfahren gegen die Konservenfabrik ein, wodurch die Fabrik auch ohne die Schulden zum Verkauf stand. Eine einzige Gesellschaft gab Ende vergangenen Jahres ein Kaufgebot für die Immobilie ab, das war die die unter Liquidation stehende Fabrik mietende und betreibende Schenk és Társa Kft.

Mit dem Unternehmen wurde dieser Tage der Kaufvertrag unterzeichnet. Árpád Sárközi, der Liquidator von der mit der Liquidation beauftragten Apport Kft., nannte es einen Erfolg, dass die Konservenfabrik erhalten blieb und die Lohnforderungen der 123 Mitarbeiter während des Verfahrens erfüllt werden konnten, und dass der neue Besitzer die Mehrheit der Angestellten weiter beschäftigt. Die Fabrik sichert die Existenz der landwirtschaftlichen Produzenten der Umgebung und auch ein guter Teil der Forderungen der Bank wird hereinkommen, wozu bei einem Verkauf als Geschäftsanteil keine Chancen bestanden hätten – erklärte der Fachmann.

„Gegenwärtig läuft die Besitzübergabe“, erfuhren wir von János Schenk, dem Geschäftsführer der Schenk és Társa Kft., der vorerst das Geschäftsgeheimnis wahrt und nicht sagt, wie viel für das Nagyatáder Werk bezahlt wurde. (Soviel war zu erfahren, dass man für weniger als den ausgeschriebenen Preis von 900 Million Forint, doch für eine beträchtliche Summe in den Besitz des auf dem inneren Verwaltungsgebiet der Somogyer Kleinstadt auf ca. 10 Hektar Fläche liegenden Immobilienkomplexes gelangte.) Nach dem Bericht des Geschäftsführers können derzeit Arbeitsplätze für 102 fest angestellte Mitarbeiter und für 50 Mitarbeiter Saisonarbeit gesichert werden, doch das derzeitige Produktionsvolumen soll noch in dieser Saison um mindestens 40 Prozent ansteigen. Laut János Schenk ist für eine wirtschaftliche Betreibung die Erneuerung der vorhandenen, veralteten Technologie nötig, wofür es kein Hindernis gibt, denn der ausländische Mehrheitseigner investierte auch hohe Summen für die Modernisierung des Szigetvárer Werkes. Er erklärte auch, dass man vorhat, das alte Profil der Gemüseverarbeitung zu erhalten und vor allem Erbsen- und Maiskonserven herzustellen. Das ergänzt gut das vor allem Obst verarbeitende Szigetvárer Werk. Man begann schon mit den Produzenten aus der Umgebung von Nagyatád die Verträge abzuschließen und die verloren gegangenen Produzenten neu zu organisieren. Der Markt für die hier hergestellten Konserven ist gegeben, voraussichtlich gelangen 70 Prozent auf Regale in der Union und die übrigen in die ungarischen Geschäfte – sagte der Geschäftsführer. Wie er erläuterte, hat das Nagyatáder Konserven noch einen guten Namen auf dem Markt, so dass man plant, den alten Namen und das Etikett zu behalten.

Tünde Török, Népszabadság