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Rechtsextreme Demonstration in Budapest verboten

Die Polizei hat eine für Samstag geplante Demonstration der rechtsextremen Organisation Jugendbewebung der Vierundsechzig Burgkomitate verboten, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Der von Reitern und einem Lkw geführter Demonstrationszug sollte sich der Anmeldung zufolge vom Aufmarschplatz am Stadtwäldchen über die zentral gelegene Andrássy út bis zum Roosevelt tér vor der Kettenbrücke bewegen. Dabei sollte er an den Botschaften der Nachbarländer Slowakei, Rumänien und Serbien vorbeiführen.

Nach dem polizeilichen Verbot unter Hinweis darauf, dass der Verkehr auf anderen Wegen nicht gesichert werden könne, hatte der Veranstalter die Demonstration ein zweites Mal zum selben Zeitpunkt und für dieselbe Streckenführung angemeldet. Daraufhin folgte ein weiteres Verbot, das Vertreter des Budapester Polizeipräsidiums am Donnerstag aushändigten. Zugleich informierten sie den Veranstalter, dass die Polizei im Fall, dass die Demonstration ungeachtet des Verbotes stattfinden sollte, diese auflösen und gegen die Organisatoren ein Verfahren einleiten werde.

Die Jugendbewegung der Vierundsechzig Burgkomitate wird als national radikal eingeschätzt. Mit ihrem Namen bezieht sie sich auf die 64 Komitate, aus denen Ungarn bis zur Abtrennung von etwa zwei Dritteln seines Territoriums durch den Vertrag von Trianon nach dem Ersten Weltkrieg bestand. Die Bewegung verweist damit auch auf ihren revisionistischen Charakter.