Operativer Ausschuss soll am Samstag über Moratorien entscheiden

Ministerpräsident Viktor Orbán sagte, dass der operative Vorstand, der die Reaktion auf die Coronavirus-Krise koordiniert, bei einem Treffen am Samstag eine Entscheidung über die Zukunft eines Moratoriums für Darlehensrückzahlungen für Unternehmen und Haushalte treffen werde – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Das automatische Opt-in-Moratorium, eine der ersten Maßnahmen, die die Regierung im Frühjahr ergriffen hat, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise zu lindern, soll Ende des Jahres auslaufen. „Der 1. Januar steht vor der Tür, und was wird danach geschehen? Darüber müssen wir jetzt eine Entscheidung treffen, ob und in welchen Teilen das Rückzahlungsmoratorium fortgesetzt wird“, sagte Orbán.

Zu den Wirtschaftszahlen sagte er, dass im Januar 4,458 Millionen und im August 4,513 Millionen Menschen beschäftigt waren. Verglichen mit dem Tiefpunkt im April gab es im August 144.000 mehr Stelleninhaber, so dass „eher überraschend wieder ein Arbeitskräftemangel zu erwarten ist“, fügte er hinzu. Orbán sagte, es sei ein besonderes Problem in Budapest, dass das Tourismusmodell der Stadt fast ausschließlich auf Ausländern beruhe. Er forderte die Teilnehmer, darunter auch die Stadtverwaltung, auf, dies zu ändern, da sonst die in diesem Sektor Beschäftigten keine Arbeit hätten. Er sagte, er rechne damit, dass der Boom im Inlandstourismus auch 2021 anhalten werde und der auf Ausländern basierende Budapester Tourismus noch immer leide, weshalb ein spezielles Programm für die Hauptstadt erforderlich sei.

Orbán sagte, es seien Schutzmaßnahmen erforderlich, bis ein Impfstoff zur Verfügung stehe. Er fügte hinzu, dass US-Präsident Donald Trump ihm während der jüngsten Gespräche mitgeteilt habe, dass ein Impfstoff in den USA möglicherweise bis Ende Oktober, spätestens aber bis Ende des Jahres zur Verfügung stehen und Ungarn Zugang dazu haben werde. „Wir werden es glauben, wenn wir es sehen“, sagte Orbán. Die Regierung behält alle laufenden Forschungsprojekte im Auge, und Ungarn beteiligt sich an einem europäischen Projekt, für das über 2 Milliarden Forint (5,55 Millionen Euro) zusätzlich bereitgestellt werden, fügte er hinzu.