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Schweinegrippe: In Ungarn nur einheitliche Impfung

Ohne Unterschiede wird in Ungarn zur Vorbeugung gegen Schweinegrippe nur ein Impfstoff angewendet. Das machte der Hauptdirektor des Krankenhauses in Kaposvár, Imre Repa, am Dienstag vor Journalisten deutlich, als er sich zusammen mit einem seiner Stellvertreter öffentlich gegen das H1N1-Virus impfen ließ. „Wir haben genau dasselbe ungarische Vakzin erhalten, wie jeder andere im Land“, sagte er und verwies dabei auf Deutschland, wo seiner Aussage nach rund 200 000 Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen einen „Elite-Impfstoff“ erhalten, während 50 Millionen den für gewöhnlich Sterbliche.

Die Bundesregierung war am selben Tag Berichten über eine angebliche Bevorzugung von Politikern und Beamten mit einem speziellen Impfstoff mit weniger Nebenwirkungen entgegengetreten. Bundeswehr, Bundespolizei und Krisenstäbe würden diesen Stoff aufgrund eines Rahmenvertrags mit dem US-Hersteller Baxter bekommen, der schon vor Aufkommen der Schweinegrippe geschlossen worden sei, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Kanzlerin Angela Merkel erhalte dasselbe Präparat wie der Rest der Bevölkerung.

Krankenhausdirektor Repa betonte die Wichtigkeit der Grippe-Impfung und kritisierte zugleich einen namentlich nicht genannten Mediziner aus dem Fachkollegium für Infektologie, der mit der Äußerung seiner Privatmeinung die Fähigkeit Ungarns zum Schutz gegen die Schweinegrippe beschädigt habe. Im Beratungsgremium des Gesundheitsministers könne es keine Privatmeinung geben, sagte der Krankenhaus-Chef. Der „Zirkus“ um das Impfen sei jedoch keine speziell ungarische Erscheinung. „In dem Zirkus haben wir Europa bereits eingeholt“, erklärte er.