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Kurort Harkány in schwieriger Finanzlage

Der Kurort Harkány, durch sein Heilbad auch international bekannt, ist offenbar in eine erhebliche finanzielle Schieflage geraten. Auf der mit rund 3600 Einwohnern relativ kleinen Kommune lasten Kredite von mehr als vier Milliarden Forint (etwa 14 Millionen Euro). Seit Monaten schon erhalten die Angestellten ihren Lohn nicht zum gesetzlich vorgeschriebenen Zahltag, dem 10. des jeweiligen Monats, berichtet die Regionalzeitung „Dunántúli Napló“ am Dienstag (14.9.). Mehrere Mitarbeiter wollen sich deshalb an das Arbeitsgericht wenden, weil sie ihren Kreditverpflichtungen nicht termingemäß nachkommen konnten und daher Strafzinsen zahlen mussten.

Eine Ausnahme war die Gehaltsüberweisung dieses Monats. Einige Tage davor hatte eine knappe Mehrheit der Abgeordneten dem Bericht zufolge auf zwei Sondersitzungen zwei Kredite in Höhe von insgesamt 72 Millionen Forint für das zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt befindliche Heilbad gebilligt. Den Ausschlag habe dabei die Stimme des Bürgermeisters gegeben. Wie die Zeitung erfuhr, gilt die Kleinstadt bereits als kreditunwürdig.

Beobachter sehen in dem Zusammenhang auch die Tatsache, dass die Selbstverwaltung von Harkány noch immer nicht die Eigenmittel für den Bau eines Spaßbades beschaffen konnte, für das im Rahmen einer Ausschreibung seit Februar über eine halbe Milliarde Forint Fördermittel der EU zur Verfügung stehen. Der Vertrag über die Subvention wurde erst am 26. Juli von der Entwicklungsagentur für Südwestungarn und der Harkányer Heilbad AG unterzeichnet, und zwar mit der Bedingung, dass dieser erst später in Kraft tritt. Für die Beschaffung der Eigenmittel stehen damit weiter 90 Tage zur Verfügung.