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Jüdischer Friedhof in Ungarn verwüstet – Festnahmen

Ein jüdischer Friedhof in der Kleinstadft Marcali (Komitat Somogy) ist offenbar von Jugendlichen verwüstet worden. Die Polizei nahm drei Jungen im Alter von 14 bis 15 Jahren vorläufig fest und verhörte sie als Tatverdächtige, teilte ein Polizeisprecher am Samstag (29.1.) mit. Sie sollen bereits am 23. Januar beschädigt haben, angeblich geleitet von einem plötzlichen Einfall zu Kraftmeierei. Bei der Tat wurden 75 Grabsteine aus Sandstein oder Marmor umgestoßen. Der materielle Schaden beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Forint (etwa 5500 Euro). Es wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet.

Der Vorsitzende deer Jüdischen Glaubensgemeinde in Ungarn, Péter Feldmájer sieht einnen direkten Zusammenhang zwischen der rechtsextremistischen Verbreitung von Hass und der Tat. Die extremen judenfeindlichen Reden im Parlament könnten einzelne Menschen dazu bringen, dass sie die israelitischen Friedhöfe schänden, sagte er nach Angaben der nationalen Nachrichtenagentur MTI.

Ministerpräsident Viktor Orbán äußerte sich bestürzt und sprach von einem von Hass geleiteten, antisemitisch motivierten Angriff.