Orbán: Vierte Welle der Pandemie unvermeidlich

Ministerpräsident Viktor Orbán erklärte am Freitag, dass eine vierte Welle der Coronavirus-Pandemie in Ungarn unvermeidlich sei, und rief die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



„Die Auffrischungsimpfung ist wie eine Lebensversicherung“, sagte der Ministerpräsident dem öffentlich-rechtlichen Sender „Kossuth Radio“ und fügte hinzu, dass er am Wochenende seine dritte Dosis erhalten werde. „Die vierte Welle der Pandemie wird Ungarn bald umzingeln, vor allem von Osten her“, sagte Orbán. Während 59 % der Ungarn gegen Covid geimpft seien, liege die Impfquote in Rumänien bei nur 29 % und die Situation dort sei „alarmierend“.

Er fügte hinzu, dass Ungarn beschlossen habe, 50 Coronavirus-Patienten aus Rumänien in seine beiden Krankenhäuser in Grenznähe aufzunehmen. Er forderte die Öffentlichkeit auf, das Tragen von Gesichtsmasken wieder in Betracht zu ziehen, fügte jedoch hinzu, dass dies allein keinen Schutz vor einer Infektion garantiere. Orbán sagte, dass die Impfstoffe funktionierten, da weniger als ein Prozent der Geimpften an Covid erkrankten. Er rief die Menschen auf, sich impfen zu lassen, und warnte davor, dass die Delta-Variante des Virus weitaus aggressiver sei als die früheren Varianten.

Im Laufe des Sommers habe Ungarn die notwendigen Vorbereitungen getroffen, um eine schwere Pandemiewelle im Herbst zu bewältigen, ohne dass es zu erneuten Schließungen käme, sagte der Ministerpräsident und fügte hinzu, das Land verfüge über genügend Impfstoffe, Krankenhausbetten, Beatmungsgeräte, Medikamente, Krankenschwestern und Ärzte, um die kommende Welle zu bewältigen. Er stellte jedoch fest, dass die vierte Welle in Ungarn noch nicht so stark sei wie in vielen anderen Ländern.

Ungarn habe gute Chancen, in seiner eigenen Impfstofffabrik einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln, sagte Orbán. Da dies aber noch nicht sicher sei, müsse Ungarn sicherstellen, dass es genügend anderswo entwickelte Impfstoffe bestelle und gleichzeitig die notwendigen Vorbereitungen treffe, um seine eigenen Impfstoffe zu produzieren, sagte er im Zusammenhang mit der jüngsten Ankündigung, dass Ungarns nationale Impfstofffabrik die Technologie aus Russland erhalten könnte, um den Sputnik-Coronavirus-Impfstoff bereits in diesem Jahr herzustellen.