Szijjártó: Mitteleuropa wird zu den größten Gewinnern der neuen Weltwirtschaft gehören

Mitteleuropa könne dank Stabilität, vernünftiger Wirtschaftspolitik und einer auf nationale Interessen ausgerichteten Sicherheitspolitik zu den größten Gewinnern der neuen Weltwirtschaft gehören, sagte Außenminister Péter Szijjártó auf einem ungarisch-polnischen Wirtschaftsforum – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



„Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, dass wir in Europa als reine Nutznießer der Zusammenarbeit gescholten oder behandelt werden“, sagte er. Ungarische und polnische Menschen tragen mit ihrer Arbeit gleichermaßen zur Schaffung von Gemeinschaftsressourcen bei, fügte er hinzu. Mitteleuropa habe in hohem Maße von einer „Politik profitiert, die auf gesundem Menschenverstand“ beruhe, und die Region sei daher in den letzten Jahren zu einem der attraktivsten Ziele für Investitionen geworden, sagte Szijjártó. Er verwies auf die niedrigen Steuern auf Arbeit, die die ungarische Regierung weiter senken wolle, und auf die Bemühungen, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.

Wenn die vier Mitglieder der Visegrad-Gruppe einen Staat bilden würden, wäre dieser das zweitgrößte Land und der drittgrößte Markt in der Europäischen Union, sagte Szijjártó. Er wies darauf hin, dass der deutsche Handel mit den V4 im vergangenen Jahr doppelt so groß war wie der mit Frankreich. Gleichzeitig müsse die Region noch einige Wettbewerbsnachteile überwinden, sagte er. Ein Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz müsse gebaut und der Straßenverkehr mit Hilfe gemeinsamer Anstrengungen weiter verbessert werden, fügte er hinzu. Die Integration des westlichen Balkans würde die Wettbewerbsfähigkeit noch weiter stärken, sagte Szijjártó.

In Bezug auf die ungarisch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen wies Szijjártó darauf hin, dass Polen im vergangenen Jahr mit einem Handelsvolumen von über 10 Milliarden Euro der viertwichtigste Handelspartner Ungarns war. Dies entsprach etwa 5 % des gesamten ungarischen Außenhandels. In den ersten acht Monaten dieses Jahres stieg der bilaterale Handel um 22 % auf 8 Milliarden Euro, und für das gesamte Jahr 2021 wird ein Rekordwert erwartet, sagte er. Es gebe keine offenen Fragen zwischen den Regierungen in Budapest und Warschau, und man sei sich in den wichtigsten europäischen Fragen einig, sagte Szijjártó und verwies auf den Schutz der nationalen Souveränität und das Konzept einer starken EU auf der Grundlage starker Nationalstaaten.

Szijjártó sprach auch das Thema Energiekrise an und erklärte, die mitteleuropäischen Staaten seien sich einig, was die Anerkennung der Kernenergie als nachhaltige Energiequelle angeht. Szijjártó fügte hinzu, dass die vertikalen Transportrouten für Gaslieferungen in der Region bald fertiggestellt sein werden, was Ungarn den Zugang zu LNG-Terminals in Polen ermöglichen wird.