Ungarn: Regierung will Kraftstoffpreise bei 480 Forint deckeln

Die Regierung hat beschlossen, den Preis für Benzin und Diesel ab dem 15. November auf 480 Forint (1,30 EUR) pro Liter zu begrenzen, so der Stabschef des Ministerpräsidenten – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.



Die Begrenzung der Kraftstoffpreise könne die Wirtschaft ankurbeln und die Inflation senken, sagte Gergely Gulyás bei einer regelmäßigen Pressekonferenz der Regierung. Gulyás wies darauf hin, dass die Kraftstoffpreise im vergangenen Jahr in die Höhe geschossen seien und dass Ungarn den sechst- oder siebtgünstigsten Kraftstoff in der EU habe. In vier Ländern sei Benzin billiger, während die Preise in Malta und Zypern ähnlich hoch seien. Kroatien sei das einzige andere EU-Land, das seine Kraftstoffpreise auf umgerechnet 550 Forint begrenzt habe.

Was die Stromrechnungen betrifft, so sagte Gulyás, dass Europa mit einer Energiekrise konfrontiert sei, da der Preis für Erdgas auf den europäischen Märkten um durchschnittlich 400 % gestiegen sei. Dies hat sich auch auf den Strompreis ausgewirkt, der sich im letzten Jahr verdoppelt hat. Er fügte hinzu, dass die Rechnungen der privaten Haushalte in allen europäischen Ländern gestiegen seien, mit Ausnahme von Ungarn, das eine Obergrenze für die Versorgungsgebühren beibehält. Er wies die Kritik der linken Opposition zurück, dass das Programm der Regierung zur Senkung der Stromrechnungen nicht nachhaltig sei, und bekräftigte die Zusage der Regierung, die Preise für Verbrauchsgüter auf demselben Niveau zu halten.