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E.ON drehte Schulküchen in Ungarn das Gas ab

Wegen Schulden in Höhe von mehreren Millionen Forint drehte der Gasdienstleister E.ON in mehreren Schulküchen des Komitates Somogy das Gas ab. Die Küchen versorgen nicht nur Kinder und Jugendliche während der Schulzeit, sondern bieten ganzjährig günstige Menüs für alte und bedürftige Menschen in den Gemeinden an.



Um den Bestellungen nachkommen zu können, mussten am 3. August 2015 in der Gemeinde Mernye 100 Portionen in einer anderen öffentlichen Küche gekocht werden. E.ON hatte den Träger der Einrichtungen, das Klebelsberg Institutsverwaltungscenter (Klebelsberg Intézményfenntartó Központ) bereits mehrfach mit Nachfristen aufgefordert, die ausstehenden Schulden zu begleichen.

Die dem Bildungsminister unmittelbar unterstellte Verwaltungs- und Kontrolleinrichtung KLIK ist eine Zentralbehörde und als solche Träger zahlreicher Einrichtungen im ganzen Land. Die Schulden den Kommunalwerken gegenüber sorgten für großes Aufsehen.

Manche Medien berichten sogar, dass sich die Schulden den Kommunalwerken gegenüber bereits auf mehrere Milliarden Forint belaufen könnten. In Somogyjád hatte die Schulküche Glück: die Verantwortlichen des Centers KLIK hatten sich mit E.ON über eine Ratenzahlung geeinigt, so dass das Gas wieder fließen kann.

Das Institut trägt den Namen von Graf Kuno von Klebelsberg, der sich zwischen den beiden Weltkriegen als Innenminister und Minister für Kultur mit Bildungsreformen und der Modernisierung des Bildungswesens einen guten Namen in Ungarn gemacht hat. Klebelsberg war jedoch mit seiner Ideologie der ungarischen Vorherrschaft und der Überlegenheit der ungarischen Volkskultur den ethnischen Minderheiten gegenüber auch umstritten.

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