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Ungarn: Wesentliche Veränderungen im Einzelhandel

Der Einzelhandelssektor in Ungarn durchlief im letzten Jahr wesentliche Veränderungen: während der Gesamtumsatz des Sektors leicht sank, wurde der Gesamtprofit deutlich gesteigert. Die Beschäftigungszahl im Sektor wurde gesenkt und stieg auch nach der Aufhebung des Sonntagsschließverbotes nicht wieder auf das vorherige Niveau an. Das geht aus dem Firmen-Informationssystem der Opten GmbH, einem wichtigen Beobachter des ungarischen Marktes hervor.



Im Jahre 2015 waren die Einnahmen des Sektors – außer Fahrzeugeinzelhandel – im Vergleich zum Jahr davor gesunken, die Gewinne aber gestiegen. Im Fahrzeugeinzelhandel stieg der Umsatz in gleicher Weise wie der Gewinn. Die großen Supermarktketten schrieben 2015 nach langen Jahren der Verluste wieder schwarze Zahlen. Aussagen von Regierungsvertretern zufolge spielt dabei die Vorschrift des „Marktverbots bei zweijährigen Defiziten“ eine entscheidende Rolle. Die Europäische Union prüft derzeit die inländischen Markt-Regelungen, das eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren befindet sich in der Schriftwechselphase.

Im Einzelhandelssektor waren zu Beginn des Jahres 2015 rund 275 Tausend Mitarbeiter beschäftigt. Die Zahl sank um rund 4,5% auf 263 Tausend. „Im Einzelhandelssektor findet eine Art Bereinigung und Konzentration statt“, kommentierte Richard Pertics, Direktor für Firmeninformationen bei Opten, die Daten. „Die Zahl der aufgelösten Unternehmen steigt bereits das fünfte Jahr stetig weiter an, während es seit 3 Jahren einen abnehmenden Trend bei Firmenneugründungen gibt.“ Im Handelssektor – einschließlich Einzelhandel – erreichte die Zahl der Unternehmen im Jahre 2013 ihren höchsten Stand, seitdem werden Jahr für Jahr mehr Firmen gelöscht als gegründet.

Diese Veränderungen und die technischen Möglichkeiten beförderten den Internethandel, wo sowohl die Zahl der Unternehmen als auch die Beschäftigungszahlen, der Umsatz und die Gewinne stiegen. Der positive Trend hält hier weiter an.

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