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Wie Budapest zum Junggesellen-Traumziel wurde

Im Sommer tummeln sich in Budapest eigenartige Gestalten. Und zwar stets in Gruppenstärke. Alles Männer, alle tragen bunte Shorts, darüber meist ein T-Shirt mit Spruch, alle den gleichen. Und manchmal tanzt einer aus der Reihe, der besonders ulkig aussieht und mit einem mal mehr und mal weniger albernen Kostüm durch die Straßen läuft. Das ist dann der Junggeselle.

Junggesellenabschied in Budapest, Nachtleben

Reiseveranstalter schnüren für Budapest Polterabend-Pakete

Von Mai bis September ist in Ungarns Hauptstadt traditionell Junggesellenabschied-Zeit. Gefühlt halb Europa feiert dann hier Polterabend. Das geht schon seit Jahren so, weshalb inzwischen kaum eine offizielle Tourismusseite noch ohne wenigstens eine kleine Rubrik für Polterabende auskommt. Dazu bieten Reiseveranstalter extra Pakete für den Polterabend in Budapest an.

Dass es soweit kommen konnte, hat mehrere Gründe. Der erste: Budapest ist preislich günstig. Bezahlt man in einer deutschen Kneipe ein Bier, bekommt man in Budapest für den gleichen Preis fünf. Grund Nummer 2: Budapest lebt. Das zeigt sich auf der Straße, an den Menschen und vor allem an dem riesigen Angebot an Aktivitäten, die keinen Platz für Langeweile lassen.

Von Bädern über Bier bis Ballern

Nach Prag rangiert Budapest in Sachen Polterabend bei deutschen Junggesellen auf Platz 2. Die Nähe der Stadt ist ihr großer Pluspunkt. Dazu kommt man mit Deutsch als Sprache ganz gut durch. Das wissen Männergruppen nicht nur dann zu schätzen, wenn es nach ein paar Bier mit dem Sprechen sowieso schon nicht mehr so gut klappt.

Dazu gesellt sich das, was man den Polterabend-Dreikampf nennen könnte und was in Budapest so selbstverständlich wirkt wie an kaum einem anderen Ort der Welt: Bier, Ballern und Brüste. Wer dann noch auf Bäder und Burgen steht, kommt an der Stadt an der Donau nicht vorbei.

Fünf Gründe sorgen für Budapests Beliebtheit

Um herauszufinden, was Budapest zur Polterabend-Metropole macht, lohnt sich ein Blick auf die beliebtesten Aktivitäten, denen Junggesellen und ihre Entourage hier nachgehen. Aufschluss geben bereits die Top 5:

  • Schießen: Viele Anbieter nutzen den Mythos des Ostblocks und erlauben es Touristen, mit verschiedenen Waffen am Schießstand auf Scheiben zu zielen. Wichtigstes Zugpferd ist zweifelsohne die Kalaschnikow.
  • Bäderkultur: Um die vielen traditionsreichen Bäder – vom Gellert-Bad bis zum Szechenyi-Bad – machen Touristen gemeinhin keinen Bogen. Und so kommen auch Junggesellengruppen hier zur Ruhe und zeugen davon, dass das weit verbreitete Bild vom reinen Party-Polterabend längst überholt ist.
  • Sehenswürdigkeiten: Gleiches zeigt sich an der Beliebtheit des Besichtigungsprogramms, das zu einem Polterabend in Budapest gehört. Die Burg, das Parlamentsgebäude und die Margareteninsel stehen auch bei den meisten Junggesellen auf dem Programm.
  • Essen und Trinken: Das günstige Bier mag ein probates Lockmittel für Reiseveranstalter sein, um junge Männer von einem Budapest-Trip zu überzeugen. Doch die meisten Gäste wissen, dass es aus kulinarischer Sicht noch viel mehr zu entdecken gibt – von Paprika bis Palinka.
  • Nachtleben: Am Ende zählt für Polterabende aber doch natürlich vor allem auch das Nachtleben. Jede Menge Pubs, Clubs und seriöse Striplokale sorgen für den Mix, den Junggesellen nun einmal mögen.

Stadt hat sich mit Polterabend arrangiert

Zwei bis vier Tage bleiben die meisten Junggesellengruppen für ihren Polterabend in Budapest und bilden so einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor. Das erklärt, warum sich die Stadt und ihre Bewohner mit dieser sehr speziellen Form des Tourismus über die Jahre dann doch ganz gut arrangiert haben, obwohl Junggesellenabschieden gemeinhin nicht der allerbeste Ruf anhaftet.

Und auch die Touristen scheint es wenig zu stören, hin und wieder urigen Partygrüppchen zu begegnen. Man lacht halt mit und lässt sich auf den einen oder anderen Spaß ein. Alles wirkt locker und ungezwungen. Und passt so irgendwie zu Budapest.