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Abwasserentsorgung am Balaton

Bau von Kleinkläranlagen soll gefördert werden

Wasser existiert in einem Kreislauf, auch im Raum Balaton. Nicht nur Badewasserqualität, auch Trinkwasserversorgung und Nutzwasser für Weinbau und Landwirtschaft des Balaton-Beckens hängen dabei in hohem Maße von der Haltung und vom Verhalten der Bevölkerung ab, auch bei Abwasserlösungen. Was einmal in den Grund und Boden oder in die umliegenden Gewässer geleitet wird, kann früher oder später in den See gelangen, mit Auswirkungen auf die Lebensqualität und auch auf den Tourismus, der Lebensader der Region.



Unlängst wurde an einer Veranstaltung auf die Möglichkeiten und Probleme des Koppány-Naturparks (Komitat Somogy) hingewiesen, so auf die Rehabilitation von naturnahen Gewässern in der Umgebung, z.B. des Koppány-Baches, dem Namensgeber des Naturparks, denen verunreinigte Wasser (nicht, oder unzulänglich gereinigte Abwasser) zugeleitet werden. Ökologische Kleinkatastrophen sind das Ergebnis, wie das Schwinden der emblematischen Keinkrebse, das Wahrzeichen des Naturparks. Immer dringender wird die Notwendigkeit, die Abwasserfrage der rund 200, vor allem Klein- und Kleinstortschaften um den Balaton endlich nachhaltig zu lösen, um auf intakte Natur bauende, wirtschaftliche und vor allem touristische Konzepte umsetzen zu können.

Da Wasser eine zentrale Rolle spielt, wird auch viel für eine gute Balaton-Wasserqualität getan. Die gesamte Seefläche ist zudem Natura2000 Schutzfläche mit höchstem Grad an europäischem Naturschutz. Deswegen, doch vor allem wegen der Trinkwasserversorgung bedürfen auch die Zuflüsse und auch das Grundwasser der gesamten Balaton-Einzugsregion besonderer Beachtung. Dem Ökosystem Plattensee müssen konkret nicht oder falsch behandelte kommunale Abwasser ferngehalten werden. Wichtig im gesamten Balaton-Becken zu sehen, wo der Mensch im vereinfachten Kreislauf Niederschlag-Nutzung-Versicherung-Verdunstung als Nutzer und potentieller Verunreiniger auftritt.

2010 wurde auf ministerialer Ebene festgehalten, dass herkömmliche Wasser- und Abwasser-Netzwerke und -Lösungen in den Ortschaften unter 2000 Einwohnern nicht mit Erfolg angewandt werden können. Sie sind schlicht nicht effektiv. Viele wissen um die Unannehmlichkeiten bei der Verlegung der Abwasserleitungen, um den zeitweise „stockenden Betrieb“, die Probleme mit der Wartung oder Nebenerscheinungen wie Geruchsbelastungen wenn mal nicht genügend Benutzer anwesend sind.

Neue Lösungen sieht man unter anderem im Einbau von individuellen Kleinkläranlagen, die auch den ökologischen Anforderungen der Region entsprechen, und welche im EU-Fördergeld-Zyklus von 2014-2020 auch finanziell unterstützt werden. Diese Probleme müssen innerhalb weniger Jahre wirksam gelöst werden und dazu ist es wünschenswert, dass auch die Gemeinden und die einzelnen Haushalte mitziehen. Zukunftsgerichtete Konzepte wie ein Naturpark könnten dann und nur dann auch ökonomisch zukunftsweisend für die Region sein.

Barbara Sallee-Kereszturi
Humanökologin

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