Erdbeben bei Kaposvár

Das Seismologische Observatorium „Kövesligethy Radó“ in Budapest gab am 7. März 2018 bekannt, dass in Vése unweit von Kaposvár und Böhönye um 12 Uhr ein Erdbeben der Stärke 2,4 auf der Richterskala registriert wurde. Weder beim Katastrophenschutzdienst noch im Observatorium gingen bis zum Abend des Tages Meldungen über Schäden infolge des Erdbebens ein. Die Erdbewegungen wurden bis zu einer Tiefe von vier Kilometern gemessen.



„Die Einwohner unseres Dorfes haben in der Mehrheit erst über die Nachrichten vom Erdbeben erfahren“, sagte der Bürgermeister von Vése, László Bertók. „Das Erdbeben war so leicht, dass nur ein leises Murmeln und ein kaum merkliches Klirren von Gläsern zu hören war. Dennoch hat sich der Katastrophenschutzdienst bei uns gemeldet und angefragt, ob Hilfe benötigt wird.“

Die ungarischen Seismologen berichten auf ihrer Webseite, dass auf dem Gebiet von Ungarn statistischen Erhebungen zufolge jährlich mit vier bis fünf Erdbeben der Stärke 2,5-3,5 auf der Richterskala zu rechnen ist. Diese Beben sind im Epizentrum zu spüren, verursachen aber in der Regel keine Schäden. Erdbeben mit geringen Schäden gibt es in Ungarn 15 bis 20 mal pro Jahr, während Erdbeben der Stärke 5,5-6 auf der Richterskala nur aller 40-50 Jahre vorkommen.

Unweit des Balaton kam es am 15. August 1985 um 6.29 Uhr zu einem Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Richterskala. Es war das seit 1956 schwerste Erdbeben im Land. Das Epizentrum lag bei Berhida, wo infolge des Bebens 72 Häuser so stark beschädigt wurden, dass sie abgerissen werden mussten. Das Erdbeben war auch in Siófok zu spüren, verursachte selbst hier noch bedeutende Schäden und jagte nicht nur den Einwohnern, sondern auch den Feriengästen einen ordentlichen Schrecken ein. Viele Menschen hielten sich an diesem Tage lieber am Ufer des Balaton als in ihren Häusern auf und konnten noch bis zum Nachmittag ein „Schwimmen“ des Bodens bei den Nachbeben spüren.

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