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MBH Bank: Agrarsektor steht vor einer unsicheren Phase

Aufgrund der sich offenbar verfestigenden klimatischen und geopolitischen Herausforderungen steht die Landwirtschaft vor einer unsicheren Zeit; inmitten der wechselhaften Bedingungen können die Erzeuger ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen verbessern – darauf wiesen die Experten der MBH Bank bei ihrer Pressekonferenz am Donnerstag in Budapest hin – berichtet die Nachrichtenagentur MTI.

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Der Leiter des Agrar- und Lebensmittelgeschäfts der Bank ist der Ansicht, dass zahlreiche Branchen aufgrund der ungünstigen Bedingungen nicht aus ihrer schwierigen Lage herauskommen können. Der Obstanbau geriet auch in diesem Jahr durch die Frühlingsfröste in eine schwierige Lage, und der erhebliche Arbeitsaufwand verschlechtert die Aussichten zusätzlich. Ohne Schutzmaßnahmen gibt es keine Chance auf Besserung, da die Produktion so kostspielig geworden ist, dass sich dies nicht mehr in den Preisen widerspiegeln lässt – erklärte Dávid Hollósi. Der Frost hat auch in den Weinbergen seit langem nicht mehr gesehene Schäden verursacht, und im Ackerbau sind noch größere Dürreschäden als 2022 zu erwarten, wenn in den nächsten zwei bis drei Wochen keine nennenswerten Niederschläge fallen. Die immer wiederkehrende Trockenheit hat die Struktur des Ackerbaus verändert, große Flächen sind nicht mehr für den Maisanbau geeignet. Auch der Anstieg der Produktionskosten ist erheblich, der Iran-Konflikt hat zu erheblichen Störungen auf dem Düngemittelmarkt geführt – sagte er. Laut Dávid Hollósi ist die Lage im Milchsektor derzeit die gravierendste innerhalb der Tierhaltung, da die Erzeuger gezwungen sind, unter Selbstkostenpreis zu verkaufen. Aufgrund der Überproduktion kämpft ganz Europa mit einem Milchüberschuss, und erst in der zweiten Jahreshälfte scheint sich die Lage zu normalisieren. Der Geflügel- und Eiersektor scheint sich hingegen zu erholen, da die ungarischen Erzeuger ihre Möglichkeiten genutzt und ihre Vorteile ausgeschöpft haben. Die Aussichten könnten durch Freihandelsabkommen beeinträchtigt werden, und die Futtermittelversorgung könnte durch die Schwierigkeiten im Ackerbau beeinflusst werden, fügte er hinzu.

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Der Experte drängt auf systemische Veränderungen in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie, da Preisschwankungen weltweit immer häufiger und ausgeprägter auftreten und die EU-Agrarsubventionen – wie er hinzufügte – einen immer geringeren Teil der Produktionskosten decken können. Ungarn müsse neu bewerten, worin es erfolgreich sein könne und worauf es bei der derzeitigen Produktion verzichten müsse. Die Kreditinstitute verfügten über reichlich Mittel zur Förderung von Investitionen, doch eine Verlustfinanzierung sei nicht möglich; langfristig habe nur die gewinnbringende Tätigkeit eine Zukunft, erklärte er.

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Csaba Héjja, Leiter des Zentrums für strategische Kunden im Geschäftsbereich Agrar- und Lebensmittelindustrie, betonte, dass die Probleme der ungarischen Landwirtschaft gleichzeitig auch Herausforderungen auf internationaler Ebene seien. Der Markt ist volatiler denn je, die Lebensmittelpreise steigen seit der Jahrtausendwende kontinuierlich und in immer schnellerem Tempo; real betrug der Anstieg in den letzten 20 bis 25 Jahren 30 bis 40 Prozent, während im Inland ein Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe seit Jahren mit sinkender Rentabilität konfrontiert ist. Geografische Gegebenheiten, die Produktions- und Exportstruktur sowie der für die Produktion erforderliche Energiemix sind Faktoren, die sich nicht oder nur sehr schwer ändern lassen. Dennoch muss angestrebt werden, dass das Land im Rahmen der verfügbaren Möglichkeiten sein Potenzial bestmöglich ausschöpft und seine Widerstandsfähigkeit im internationalen Wettbewerb verbessert – betonte der Experte.

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