Gedenkstätte an Vertreibung in Nagynyárád eingeweiht

Nagynyárád – Ehrendes Gedenken an vertriebene deutsche und ungarische Familien: Ein Erinnerungsgarten des Leidens setzt im Dorf Nagynyárád (Großnaarad/Komitat Baranya) den Geschehnissen vor 60 Jahren ein Denkmal. Am Wochenende wurde die Anlage feierlich übergeben, sagte Gemeindenotarin Anikó Kovács am Montag der „Balaton Zeitung“. Durch eine symbolisch halb geöffnete Tür in einer Skulpturengruppe aus Holz gelangen Besucher hinein. Die Tür verdeutlicht, wie schnell die deutschen Familien ihre Häuser verlassen mussten. Ihnen blieb nicht einmal Zeit, das Tor hinter sich zu schließen. Später bedeutete die geöffnete Tür Hoffnung: Das Haus erwartet seine Eigentümer zurück.

Aus Nagynyárád wurden etwa 300 Familien vertrieben, von denen jedoch später die Mehrheit auf schwierigen, teils abenteuerlichen Wegen in ihre Heimat zurückkehrte. Heute ist nach den Worten der Gemeindenotarin die Hälfte der rund 800 Einwohner von Nagynyárád deutscher Herkunft. „Deutsch ist bei uns eine lebendige Sprache“, sagt sie. „Alle Kinder lernen Deutsch, auch die ungarischen. Auch deutsche Traditionen halten wir im Ungarisch-Deutschen Freundeskreis Nagynyárád-Großnaarad lebendig.“

Rund 250 000 Deutsche hatten nach dem Krieg ihre ungarische Heimat verlassen müssen. Rund 60 000 davon wurden mit den letzten Transporten in die damalige sowjetische Besatzungszone gebracht, um für Ungarn, die aus der Slowakei auf der Basis der sogenannten Benes-Dekrete ausgesiedelt wurden, im Rahmen eines „Bevölkerungsaustauschs Platz zu schaffen“.

Drei Deutsche sterben bei Autounfall in Ungarn

Tatabánya – Drei Deutsche sind am frühen Sonntagmorgen in Ungarn bei einem Unfall auf der Autobahn M1 Wien-Budapest ums Leben gekommen. Ihr Pkw kam bei der Fahrt Richtung Budapest von der Autobahn ab und stürzte in den Straßengraben. Dabei wurde die Familie aus Brandenburg, die beiden 1973 geborenen Eltern und ihr 2006 geborenes Kind, getötet. Die Polizei vermutet als Ursache des Unfalls, dass der Fahrer am Steuer eingeschlafen ist, sagte Sprecherin Viktoria Gálik der „Balaton Zeitung“. Feuerwehrleute aus der nahe dem Unfallort gelegenen Stadt Tatabánya zogen den Pkw aus dem Graben und hoben die eingeklemmten Leichname aus dem Wagen.

Polizeibericht: Gruppenraub statt Gruppensex

Nyíregyháza – „Gruppenraub Statt Gruppensex“ überschreibt die Polizei in der nordostungarischen Komitatsstadt Nyíregyháza am Sonntag ihren Bericht über eine Tat vom Wochenende. In einem Lokal hatten zwei Frauen aus einer Gruppe von sechs bis sieben Leuten einem jungen Mann aus Rumänien Sex zu dritt versprochen. Auf dem Weg zum angeblichen Ort des Vergnügens überfielen ihn jedoch zwei Männer, misshandelten ihn gemeinsam mit den beiden Frauen und nahmen ihm sein Geld und das Handy ab – beides im Wert von ungefähr 180 000 Forint (etwa 720 Euro). Die Polizei ermittelt gegen unbekannt wegen Raubes.

82-Jährige gefesselt, betäubt und ausgeraubt

Nyíregyháza – Eine 82-jährige Frau ist am Wochenende im nordostungarischen Dorf Nyírderzs (Komitat Szabolcs-Szatmár-Bereg) ausgeraubt worden, teilte die Polizei in Nyírbátor am Sonntag mit. Als mutmaßliche Täter nahm die Polizei drei Männer im Alter von 22 bis 26 Jahren und die 47-jährige Mutter eines der Räuber fest. Die Kriminellen hatten die alte Frau an einen Stuhl gefesselt und mit einem in Cola aufgelöstem Beruhigungsmittel betäubt. Als Beute nahmen sie Teller, Essbestecks und Bettwäsche mit. Erst am Tag nach dem Überfall fanden Angehörige das Opfer. Die Tatverdächtigen legten ein Geständnis ab, in einem Versteck fand die Polizei die gestohlenen Gegenstände.

Einkaufs-Mall öffnet am Budapester Flughafen

Budapest – Budapest lockt zum Einkaufsbummel mit einer neuen Attraktion an der Peripherie: Der erste Einkaufspark Ungarns hat diese Woche mit 31 Geschäften auf 44 000 Quadratmeter Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft zum internationalen Flughafen eröffnet.

Vertreten auf dem „Market Central Ferihegy“, einer Mall nach amerikanischem und britischem Muster, sind unter anderen die britische Supermarktkette Tesco, C&A, Intersport, Deichmann, ein Praktiker-Heimwerkermarkt sowie ein Drogeriemarkt von Müller. Daneben gibt es viele kleinere Geschäfte und Boutiquen. Die Verkaufsflächen zwischen 50 und 3700 Quadratmeter sind ausgebucht, teilte der Investor AIG/Lincoln Hungary mit.
Für den Bau am Flughafen wurden zehn Milliarden Forint (etwa 40 Millionen Euro) investiert. Rund 1500 Mitarbeiter erwarten nach bisherigen Berechnungen etwa 3000 Kunden pro Tag. Es steht ein Parkplatz mit 1550 Plätzen zur Verfügung.

Die Mall am Flughafen ist die erste derartige Anlage von AIG/Lincoln (USA) in Europa. Im Herbst folgt der Market Central da Vinci in Italien, danach weitere in den ungarischen Städten Miskolc und Szeged, wo die Vorbereitungsarbeiten breits laufen.