Richter bespuckt – Saftige Gefängnisstrafe

Zu einem Jahr und zwei Monaten Freiheitsentzug ohne Bewährung verurteilte das Amtsgericht Keszthely den Mann, der einen Richter beschimpft und bespuckt hatte.

Das bisher nicht rechtskräftige Urteil erging im Rahmen eines Schnellverfahrens wegen Ehrenkränkung gegen einen 44-jährigen Zalaegerszeger. Dieser saß bereits am 30. Oktober mit einigen Gefährten wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruchs und anderer Delikte auf der Anklagebank beim Gericht in Zalaegerszeg.

Der Richter in Keszthely befaßte sich nun intensiv mit den Spuckattacken. Der Hauptangeklagte hatte schon Anfang September, ebenfalls anläßlich einer Verhandlung, die auf dem Gang wartenden Verwandten beschimpft und einen Richter bespuckt, der auf dem Weg zum Gerichtssaal war.

Die Angeklagten stellten gegen den Richter nun einen Befangenheitsantrag und forderten für die neuerliche Verhandlung wegen Landfriedensbruchs einen anderen Kadi. Trotz der persönlichen Angriffe gegen ihn hielt der Richter einen weiteren unparteiischen Verfahrensablauf für gegeben. Ein erheblicher Zeitverlust bei einer neuerlichen Beweisführung könne so ausgeschlossen werden.

(Quelle: helikonportal.hu)

Ungarn: Balaton bleibt Reiseziel Nummer 1

Liebstes Urlaubsziel der Ungarn bleibt der Balaton. Das ergab eine Umfrage im Auftrag der Ungarischen Tourismus AG über die Reisepläne der Bevölkerung in diesem Jahr. Es standen wesentlich mehr Reisen an das ungarische Meer auf dem Plan als an die populärsten ausländischen Destination, nach Kroatien. Das zeigt auch die Bilanz für die ersten acht Monate dieses Jahres. 24 Prozent des Inlands-Fremdenverkehrs und 28,4 Prozent der Übernachtungen wurden in der Balaton-Region realisiert, teilte die Tourismus AG am Montag mit.

Damit verbuchten der Balaton und seine Umgebung nach dem herausragenden Fremdenverkehr 2007 auch in der Saison dieses Jahres ein positives Ergebnis in Bezug auf inländische Gäste. In der Hauptsaison (Mai-August) verbrachten 775 000 Gäste mehr als drei Millionen Nächte in der Region. Das bedeutete bei der Gästezahl eine Steigerung um 6, bei den Übernachtungen um 2,7 Prozent im Vergleich zur Vorjahres-Hauptsaison. In den ersten neun Monaten des Jahres suchten eine Million Gäste die Ufer des größten mitteleuropäischen Sees auf, die dort mehr als vier Millionen Übernachtungen in Anspruch nahmen.

Dank zahlreicher Investitionen in den zurückliegenden Jahren konnten die Gäste nach Angaben der Tourismus AG auch auf qualitativ hochwertigere Dienstleistungen zurückgreifen. Während es noch vor zehn Jahren nur neun Vier-Sterne-Hotels am Balaton gab, standen von diesem Jahr an 30 Hotels mit vier Sternen und eines mit fünf Sternen zur Verfügung.

Ungarns Industrie auf Talfahrt

Die Industrie in Ungarn hat den Rückwärtsgang eingelegt. Zwar meldet das Zentrale Statistische Amt für September einen Zuwachs um 0,7 Prozent zum Vorjahresmonat. Doch bezogen auf die Zahl der Arbeitstage ging die Produktion um 5,3 Prozent zurück. In den ersten neun Monaten 2008 ermittelte die Statistik einen dreiprozentigen Anstieg. Saisonbereinigt und auf die Arbeitstage berechnet ergab sich jedoch ein Rückgang um 2,5 Prozent.

Deutlich besser entwickelte sich der Export der Industrie (4,5 Prozent) von Januar bis September. Auch hier brachte aber der September ein Minus von 2,1 Prozent. Dabei fiel im neunten Monat das Exportvolumen im Bereich von Elektromaschinen und Instrumenten, der mehr als ein Drittel der Ausfuhren der verarbeitenden Industrie liefert, gleich um 9,5 Prozent. Zugleich exportierte der Fahrzeugbau, der zu einem Drittel an den Ausfuhren der verarbeitenden Industrie beteiligt ist, um ein Viertel.

Institute: Tiefpunkt der Stimmung in Ungarn

Ein seit Jahrtausendbeginn nicht beobachteter Pessimismus charakterisiert derzeit die Akteure der Wirtschaft in Ungarn. Das zeigt der Index des Instituts für Sozialforschungen Tarki und das Konjunkturforschungs-Instituts Kopint-Tarki, der im Auftrag des Nachrichtenmagazins für Politik und Wirtschaft „hvg“ ermittelt wurde. Der auf einer Skala von null bis hundert gemessene Index des wirtschaftlichen Befindens sank für Oktober auf 34,6 Punkte.

Dabei fielen gleich alle seine drei Hauptkomponenten – das von inneren wirtschaftlichen Prozessen bestimmte Befinden der Bevölkerung, das Konjunkturempfinden der verarbeitenden Industrie sowie die Beurteilung der allgemeinen Lage und der Aussichten des Landes – seit Beginn der Messung der Daten im Jahr 1999 gleichermaßen auf ihren niedrigsten Wert.

Die Datenaufnahme für das vierte Quartal wurde für Bevölkerung und Unternehmen in der zweiten und dritten Oktoberwoche vorgenommen. Damit stammt ein Teil der Antworten aus der Zeit der starken Schwächung des Forints. Zugleich wurden sämtliche Daten noch vor Ankündigung der Kreditvereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds erhoben.

Überraschend sei, dass sich das Befinden der Bevölkerung am wenigsten verschlechterte, heißt es in dem Bericht der Institute. Obwohl sie ihre gegenwärtige Lage seit Beginn des Jahrtausends niemals so ungünstig sah (38 Punkte) wie im Oktober 2008, beurteilt sie die Aussichten etwas besser (39 Punkte). Die Bevölkerung vertraue also darauf, dass die in jüngster Vergangenheit erfahrene Verschlechterung ihrer Lage zum Stehen kommt.

Viel stärker als die Erwartungen der Bevölkerung verschlechterte sich das Befinden der Unternehmen der verarbeitenden Industrie. Während für sie zu Beginn 2008 noch auffälliger Optimismus kennzeichnend war (70 Punkte), brachten die zurückliegenden zwei Quartale schon einen dramatischen Absturz ihrer Stimmung. Ihr Befindlichkeitswert sank im Oktober auf 44 Punkte.

Frau und Kind in Ungarn brutal ermordet

Ein 22-jähriger Mann hat in Szeged bei einem Streit seine 23-jährige Lebensgefährtin mit dem Beil erschlagen und dann das gemeinsame neunmonatige Kind erwürgt. Nach der Bluttat meldete er seine Opfer bei der Polizei als vermisst, teilte die Behörde am Freitag mit. Schon zu Beginn des Verfahrens hätten sich zahlreiche Verdachtsmomente ergeben. Bei der Befragung verwickelte sich der Mann in Widersprüche, danach fanden Polizisten Blutspuren im Haus und stießen im Garten auf die beiden Leichname, die der Mann vergraben hatte. Inzwischen legte der mutmaßliche Täter ein detailliertes Geständnis ab und wurde in Haft genommen. Als Motiv gab er an, die Frau habe ihn wegen seines trunkenen Zustandes zur Rede gestellt.