Roma als Zielscheibe von Extremismus – Ombudsmann warnt

Budapest (MTI) Roma sind die erste Zielscheibe des zunehmenden Extremismus in Ungarn, sagte der ungarische Ombudsmann für die Rechte von Minderheiten Jenö Kaltenbach.

Ganz Europa erlebe eine Zunahme extremistischer Ideen und Symbole, die während langer Zeit verschwunden geglaubt waren. Dies sagte Kaltenbach in einem Statement, das MTI am Mittwoch anlässlich des Internationalen Tags für die Eliminierung von Rassendiskriminierung erhielt. Kaltenbach zitierte den früheren deutschen Aussenminister Joschka Fischer und nannte Rassismus „die Seuche unserer Zeit“. Während der Rassismus in Westeuropa vor allem Immigranten betreffe, seien in Zentral- und Osteuropa meist Roma die ersten Zielscheiben. Eine europaweite Umfrage zeigte kürzlich, dass 64 Prozent der Befragten ethnische Diskriminierung für die am meisten verbreitete Form von Diskriminierung halten, und 77 Prozent schätzen es als einen Nachteil ein, Roma zu sein. In Ungarn teilten 86 Prozent der Befragten diese Meinung.

Anders als der europäische Durchschnitt erwarten die Ungarn in erster Linie von der Regierung, die Situation zu Verbessern. Nur wenige sahen die Verantwortung auch bei lokalen Gemeinschaften, Familien, Schulen und Kirchen.

In Ungarn leben mehr als eine halbe Million Roma, die meisten von ihnen im Nordosten. Sie bilden die grösste ethnische Minderheit der 10 Millionen Menschen in Ungarn. Roma sind weniger gut ausgebildet und viel ärmer als die Mehrheit der Bevölkerung, und die Arbeitslosenrate liegt bei rund 80 Prozent. Die Lebenserwartung bei der Geburt ist rund zehn Jahre tiefer als bei Nicht-Roma, und die Sterblichkeitsrate viel höher.

Lexikon zum Holocaust in Ungarn erschienen

Budapest (MTI) Ein umfangreiches Lexikon von drei Bänden über den Holocaust in Ungarn wurde am Montag in der Budapester Holocaust-Gedenkstätte veröffentlicht.

Das 1’600seitige Werk umfasst Beiträge von 23 internationalen Historikern und Forschern. Laut Angaben der Holocaust-Gedenkstätte ist es die erste solche Publikation, die einen Einblick in die geographischen Orte und Details darüber gibt, wie die ungarischen Juden in Ghettos gehalten und 1944 in die Lager der Nazis deportiert wurden.

Hauptherausgeber der drei Bände ist der New Yorker Universitätsprofessor ungarischer Abstammung Randolph L. Braham. Der 85jährige Braham war an über 70 Werken über den Holocaust in Ungarn und Rumänien beteiligt. Er erhielt vom Oberrabbiner Alfred Schoner den Preis der Ungarischen Jüdischen Gemeinschaften in Budapest für sein Lebenswerk.

In Ungarn starben 550’000 bis 600’000 Menschen während dem Holocaust , die meisten von ihnen in Konzentrationslagern.

Rekord der Exporte nach Russland im Jahr 2006

Moskau (MTI) Im Jahr 2006 haben ungarische Tochterfirmen von transnationalen Konzernen ihre Exporte nach Russland deutlich erhöht im Vergleich zum Vorjahr. Dies teilte das ungarische Handelsbüro in Moskau am Montag MTI mit.

2006 stiegen die ungarischen Exporte nach Russland auf 71 Prozent an, mit Erträgen von fast zwei Milliarden Dollar. In den vergangenen fünfzehn Jahren seien die Exporte nie so stark gestiegen, sagte Pal Szucs aus Moskau. Diese seien auf zunehmende Lieferungen aus ungarischen Produktionseinheiten von grossen internationalen Elektronik-, Telecom- und IT-Firmen zurückzuführen. Diese Sektoren machten laut Szucs 50 Prozent der ungarischen Exporte nach Russland im Jahr 2006 aus.

Ungarn exportierte nach Russland auch Fertigwaren, darunter etwa Medikamente, mit einer Exportsteigerung von 16 Prozent und Erträgen von 800 Millionen Dollar. Der Export von Nahrungsmitteln stieg um 10 Prozent, nahm aber nur 10 bis 13 Prozent der gesamten Exporte nach Russland ein, wie Szucs mitteilte.

Im Vergleich zu den Exporten stiegen die Importe aus Russland nach Ungarn 2006 nur um 27 Prozent, was laut Szucs hauptsächlich mit den hohen Energiepreisen zu tun habe.

Van Gogh-Ausstellung empfängt 400’000 Besucher

Budapest (MTI) Am Sonntag wurde der 400’000. Besucher der van Gogh-Ausstellung im Budapester Museum der schönen Künste vom Kulturminister und dem Chefkurator des Museums empfangen. Er erhielt einen Gutschein für eine Woche Amsterdam und Paris sowie eine Reproduktion des Bildes „Schuhe“.

Die Ausstellung wurde am 1. Dezember eröffnet und wird nach einer Verlängerung noch bis zum 1. April gezeigt. Die Werke stammen aus zahlreichen Museen, darunter auch aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, welches das Original des Werks „Schuhe“ besitzt.

Kulturminister Istvan Hiller sagte, in den letzten 17 Jahren habe eine Kunstausstellung noch nie so viele Besucher empfangen. Laut Schätzung von Museumskurator Laszlo Baan wird die Zahl der Besucher bis Ausstellungsschluss auf 450’000 steigen.