Tourismus Ungarns: 2008 ist Jahr des Wassers

Das touristische Jahr 2008 steht in Ungarn im Zeichen des Wassers. Das teilte die Turismus AG am Dienstag mit. In Winter, Frühjahr und Herbst will das Unternehmen deshalb den Akzent auf die Popularisierung des Gesundheitstourismus legen. Im Sommer sollen dann die natürlichen Gewässer im Mittelpunkt stehen.

Die Voraussetzungen dafür sind in Ungarn besonders günstig. Das Land steht nach Japan, Island, Italien und Frankreich unter den an Thermalwasser reichsten Ländern der Erde an fünfter Stelle. Es verfügt über 1372 Thermalbrunnen, in 385 Kommunen gibt es Thermal- oder Heilbäder. Außerdem zählen 221 zertifizierte Mineralwasser- und 203 Heilwasserquellen, 66 zertifizierte Heilbäder – davon 9 allein in Budapest – und 5 Höhlen zur Heilbehandlung zu dem natürlichen Reichtum.

Zwei Polizisten wegen Korruption in Ungarn verhaftet

Wegen begründeten Verdachts der Korruption und anderer Straftaten im Amt sind am Montag in Budapest zwei Polizisten verhaftet worden, berichtet der Polizeisprecher der Hauptstadt. Gegen sie wurde bei der Ermittlungsbehörde Anzeige erstattet.

Beim Streifendienst hatten beide am Vortag während einer Kontrolle 700 000 Forint (etwa 2800 Euro) Schmiergeld von einem Autofahrer als Gegenleistung dafür angenommen, dass sie von weiteren Maßnahmen absehen. Mitarbeiter des Budapester Polizeipräsidiums und der nationalen Ermittlungsbehörde nahmen sie bei einer Polizeiaktion in einer anderen Angelegenheit fest. Ihr Dienstverhältnis wurde sofort beendet, weitere Ermittlungen sind im Gange.

Drei Menschen sterben an Kohlenmonoxidvergiftung

In Ungarn sind am Montag drei Menschen offenbar an Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Ein junger Mann fand am Vormittag bei seiner Rückkehr nach Hause in der Ortschaft Kulcs (Komitat Fejér) seine 57-jährige Mutter, seine 59-jährige Tante und deren 61-jährigen Ehemann tot vor, berichtet die Polizei.
Ein Arzt schloss bei einer ersten Untersuchung Fremdeinwirkung aus. Die genaue Todesursache soll von Experten festgestellt werden. Vorläufig wurde festgestellt, dass der zurückliegende Sturm Verbrennungsprodukte in den Schornstein zurückgedrückt hatte, die auf diesem Wege in die Luft der Wohnung gelangen konnten. Durch Einatmen von Kohlenmonoxid starben die drei Menschen offenbar im Schlaf. Die Polizei von Dunaújváros prüft im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens die Ursachen und genauen Umstände der dreifachen Tragödie.

Gefälschte Waren in Budapest beschlagnahmt

Ein Schlag gegen den illegalen Handel mit gefälschten Waren ist dem Zoll in Ungarn gelungen. Mitarbeiter des Zolls beschlagnahmten auf dem für Schwarzhandel bekannten Asien-Markt im Budapester Stadtteil Józsefváros über 4000 Stück Bekleidung im Wert von 31 Millionen Forint (rund 124 000 Euro). Wie Zoll-Sprecher Oberst Jenő Sipos am Samstag mitteilte, fanden die Zollmitarbeiter die gefälschte Ware bei einer Routinekontrolle in Containern. Nach Expertenmeinung seien die Fälschungen zur Irreführung der Kunden geeignet gewesen. Es wurde ein Verfahren gegen unbekannt eingeleitet.

Prostituierte klagt gegen Stadt Győr

Weil sie ihr Gewerbe nicht legal ausüben kann, hat eine Prostituierte in Ungarn jetzt ihre Heimatstadt auf zehn Millionen Forint (etwa 40 000 Euro) verklagt. Die ehemalige Kindergärtnerin hatte sich vom Berufswechsel ein besseres Einkommen erhofft, berichtet die Unabhängige Nachrichtenagentur. Nach der Anmeldung des Gewerbes versucht die 39-Jährige vergebens, ihrem Job nachzugehen: In Győr gibt es kein Rotlichtviertel. Die wöchentlichen Bestrafungen durch die Polizei summierten sich bislang auf 50 000 Forint (etwa 200 Euro).

Die Frau ist die erste Berufs-Hure der Stadt. Inzwischen haben die Ereignisse sie nach Aussage ihres Freundes sehr mitgenommen. Oft bekomme sie Weinkrämpfe, weil sie befürchte, wieder in Handschellen abgeführt zu werden, obwohl sie die Gesetze einhält. In Ungarn ist es nämlich vorgeschrieben, dass Kommunen mit mehr als 50 000 Einwohnern zur Festlegung eines Gebiets für den Straßenstrich verpflichtet sind. Bisher existiert jedoch in keiner einzigen Stadt eine solche Zone. Sie Selbstverwaltung von Győr beruft sich bei ihrer Weigerung auf Proteste aus der Bevölkerung und die Gefahr erhöhter Kriminalität in solchen Stadtteilen.